Pérez greift journalisten an: macht fußball platz für persönliche abrechnungen?
Madrid – Ein Ausbruch von beispielloser Art: Real Madrids Präsident Florentino Pérez hat in einer Pressekonferenz eine regelrechte Tirade gegen mehrere Journalisten geführt, die weltweit für Aufsehen gesorgt hat. Der Fokus der Kritik richtete sich dabei besonders auf die Kolumnistin María José Fuenteálamo vom ABC, was die Situation um ein Vielfaches verschärfte.
Ein angriff auf die pressefreiheit?
Pérez äußerte sich äußerst abfällig über Fuenteálamos Artikel „El Real Madrid y la sordera del perdedor“ und deutete an, sie besäße nicht die notwendige Fußballkompetenz, um fundierte Analysen zu liefern. „Schauen Sie sich die beiden Artikel im ABC an, gegen Madrid… Einer wurde von einer Frau geschrieben, die ich nicht einmal weiß, ob sie sich mit Fußball auskennt“, so Pérez, dessen Worte in der spanischen Medienlandschaft für heftige Reaktionen sorgten.
Fuenteálamo selbst reagierte prompt auf die Äußerungen des Präsidenten. In einem Beitrag auf X (ehemals Twitter) bestätigte sie, dass es sich bei der von Pérez kritisierten Journalistin um ihre Person handelte und veröffentlichte daraufhin einen weiteren Artikel mit dem Titel „Yo soy esa mujer de la que habla Florentino“. Sie betonte, dass die Kritik des Präsidenten weit über eine sachliche Auseinandersetzung mit ihren Artikeln hinausgehe.
Die eigentliche Brisanz liegt jedoch darin, dass Pérez’ Angriff nicht direkt auf den Inhalt ihrer Artikel abzielte, sondern auf ihre Rolle als Frau in der Sportjournalistik. „Eine Frau, ach, eine Frau, was soll es schon ausmachen, was sie weiß?“, zitiert sie Pérez’ Äußerungen. Diese Aussage wurde von vielen als sexistisch und als Angriff auf die Pressefreiheit gewertet.
„Was ich nicht erwartet hätte, als eine Journalistin, die nicht vom Sport lebt, ist, dass Florentino Pérez in einer Pressekonferenz über Real Madrid und seine aktuelle Situation plötzlich – ohne mich namentlich zu nennen – von mir sprach“, so Fuenteálamo weiter. Sie betonte, dass sie sich an ähnliche Angriffe von Politikern und korrupten Personen gewöhnt habe, aber die Tatsache, dass der Präsident eines so renommierten Vereins sich derart zu Wort melde, sie überrasche.
Die Situation wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Polarisierung in der spanischen Medienlandschaft und die Grenzen zwischen sportlicher Kritik und persönlichen Angriffen. Ob Pérez’ Verhalten langfristige Konsequenzen für das Verhältnis zwischen Real Madrid und den Medien haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass diese Pressekonferenz einen neuen Tiefpunkt in der Geschichte des Vereins markiert.

Mehr als nur fußball
Fuenteálamo argumentiert, dass es in diesem Fall nicht um Fußball geht, sondern um eine Machtdemonstration und den Versuch, kritische Stimmen zum Schweigen zu bringen. Ihre Worte treffen den Nagel auf den Kopf: „Und jetzt frage ich mich, ob er es wirklich weiß oder nicht.“
