Pérez entlässt gegenzauber: wahlversprechen und angriff auf die medien
Madrid – Real Madrids Präsident Florentino Pérez hat in einer explosiven Pressekonferenz nicht nur seine Weigerung erklärt, von seinem Amt zurückzutreten, sondern auch eine regelrechte Kampfansage an die Medien und seine vermeintlichen Gegner gemacht. Der Machtkampf im Bernabéu erreicht damit eine neue Eskalationsstufe.
Die anschuldigungen: ein „antimadridismo“
Pérez sprach von einergezielten Kampagne gegen ihn und den Klub, die er als „Antimadridismo“ bezeichnete. Er klang sichtlich empört, als er erklärte, dass es sich bei Real Madrid um einen Verein handle, der von 100.000 Mitgliedern getragen werde, und er daher die Entscheidung getroffen habe, Neuwahlen auszuschreiben. Dabei präsentierte er eine Mischung aus Selbstverteidigung und Konterangriffen, die viele Beobachter überraschte.
Ein besonders beunruhigender Aspekt waren die Andeutungen über seinen Gesundheitszustand. „Manche haben mir gesagt, ich hätte Krebs, terminal sogar…“, begann Pérez, um dann zu betonen, dass er sich in bester Gesundheit befinde und weiterhin das Ruder im Verein und in seinen Unternehmen helme. Er nutzte die Gelegenheit, um Gerüchte zu zerstreuen und seinen Gegnern vorzuwerfen, falsche Informationen zu verbreiten.

Die wahlversprechen: titel und die verteidigung der mitgliederrechte
Trotz der schwierigen sportlichen Lage, ohne Titel in der vergangenen Saison, zeigte sich Pérez kämpferisch und versprach, die Erfolgsgeschichte des Vereins fortzusetzen. „Mit mir als Präsident haben wir 66 Titel gewonnen, darunter sieben Europapokale!“, proklamierte er und forderte seine Kritiker heraus, sich den Mitgliedern zu stellen und um das Vertrauen des Klubs zu kämpfen.
Er betonte, dass die Entscheidungen im Verein von den Mitgliedern getroffen werden sollten und kritisierte Journalisten, die, seiner Meinung nach, zu viel Einfluss auf die Wahlen nehmen wollten. „Hier regieren die Mitglieder, solange ich Präsident bin“, stellte er klar.

Der medienkrieg: ein angriff auf die presse
Der wohl umstrittenste Teil der Pressekonferenz war der offene Angriff auf bestimmte Medienhäuser. Besonders ins Visier nahm Pérez die Zeitung ABC und deren Verbindungen zur Liga. Er kündigte an, sich von ABC abzumelden, um seinen Vater zu ehren, der die Zeitung abonniert hatte. Der Vorwurf: Die Zeitung habe mit einer gezielten Kampagne gegen ihn und Real Madrid versucht, Leser zu gewinnen und finanzielle Vorteile zu erzielen. Die Brisanz des Vorwurfs liegt auf der Hand, da er eine Beeinflussung der Berichterstattung durch finanzielle Interessen impliziert.
Pérez warf den Medien vor, den Verein in ein Chaos zu stempeln und die Leistungen seiner Amtszeit zu vergessen. Er wies darauf hin, dass er vor Kurzem noch eine Liga und eine Champions League gewonnen habe, und fragte rhetorisch, wie der Verein dann in Trümmern sein könne.
Weitere streitpunkte: ultras, kartenvorverkauf und der negreira-skandal
Neben dem Medienkrieg sprach Pérez auch über andere Probleme, mit denen der Verein konfrontiert sei. Er betonte, dass er sich erfolgreich gegen Hooligans gewehrt habe und dass 1.600 Mitglieder wegen illegalen Kartenvorverkaufs ausgeschlossen worden seien. Auch der Negreira-Skandal wurde angesprochen, wobei Pérez ankündigte, dass Real Madrid in Kürze ein Dossier mit allen Beweisen an die UEFA übergeben werde. Er betonte, dass der FC Barcelona in der Vergangenheit immer von solchen Skandalen profitiert habe und forderte die UEFA auf, zu handeln.
Der interne Streit zwischen Valverde und Tchouaméni wurde von Pérez heruntergespielt, wobei er betonte, dass solche Auseinandersetzungen im Fußball nichts Ungewöhnliches seien. Allerdings kritisierte er die Tatsache, dass diese Auseinandersetzung öffentlich gemacht worden sei, da sie den Ruf des Vereins schädige.
Die Pressekonferenz endete mit einer deutlichen Botschaft: Florentino Pérez will sich nicht kampflos geschlagen geben und ist bereit, für seine Position zu kämpfen. Ob er damit erfolgreich sein wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Machtkampf im Bernabéu ist noch lange nicht vorbei.
