Pelkum-insider: desg-athleten unterschreiben mit dem messer auf der kehle

79 Unterschriften, ein Side Letter und null Bock auf Vertrauen. Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) feiert eine „Einigung“, doch wer genau hinsieht, erkennt eine Waffe: die Unterschrift der Athleten wurde mit dem Rücktritt vom Stützpunkt Erfult erkauft. Die Uhr tickte bis Freitag Mitternacht – danach drohte Ausschluss aus dem Bundeskader. Ein Deal unter Zwang.

Der side letter, über den niemand reden will

Die Athleten des Bundesstützpunkts Erfurt legten nach. Ihre Bedingungen stehen in einem dreiseitigen Zusatzpapier, das der Thüringer Eis- und Rollsportverband (TERV) dem SID ausgehändigt hat. Kernpunkt: wer in Erfurt trainiert, darf dort bleiben. Wer zu zentralen Lehrgängen muss, zahlt nicht mehr aus eigener Tasche. Ohne diese Zusagen ist die Athletenvereinbarung „gegenstandslos“, heißt es wörtlich. Die DESG bestätigt das Dokument, unterschrieben hat sie aber bislang nicht. „Zur Kenntnis genommen“ reicht den Sportlern nicht.

Die Liste der 79 Namen liest sich wie ein Kompromiss unter Tränen. Hendrik Dombek, Sprinter und Athleten-Vertreter, spricht von „massivem Druck“ und „freier Entscheidung“ in einem Atemzug – beides passt nicht zusammen. Die Athletenorganisation Athleten Deutschland wertet den Vorgang als weiteren Beleg für strukturelle Machtmissbräuche im Leistungssport.

Der präsident, der nicht wankt

Der präsident, der nicht wankt

Matthias Große, DESG-Präsident, verteidigt die harte Linie. „Die Frist ist bindend“, sagt er knapp. Was er nicht sagt: wer die Frist nicht einhält, fliegt raus. So einfach ist die Rechnung. TERV-Chef Jörg Schneider forderte Große in einem Schreiben zum Rücktritt auf – öffentlich, unterschrieben, ohne Umschweife. Die Antwort kam still: keine.

Die Frage bleibt, wie lange die Athleten mitspielen. Moritz Maly twitterte vor drei Tagen: „Absolut gar kein Vertrauen mehr.“ Die Worte hallen nach, weil sie aus dem innersten Zirkel stammen. Wer kein Vertrauen hat, läuft schneller, aber mit gebrochener Seele.

Eisschnelllauf lebt von Millisekunden und Mikrogramm. Diese Verhandlungspause könnte teurer werden als jede Sponsorenlücke. Die WM-Saison startet in vier Monaten. Wer da nicht 100 % gibt, hat verloren – auf der Bahn und im System.