Pavlović: vom bayern-nachwuchs zur führungsfigur in der wm-elf?
Toronto – Aleksandar Pavlović, der 22-jährige Mittelfeldspieler, hat sich in der deutschen Nationalmannschaft überrasend schnell einen Namen gemacht. Längst kein Spätzünder mehr, überzeugt er mit unkonventionellem Spiel und einer überraschenden Reife. Julian Nagelsmann sieht in ihm einen „Leadertyp“, eine Einschätzung, die angesichts seines Werdegangs umso bemerkenswerter ist.
Die lange suche nach dem durchbruch
Pavlović‘ Weg in die Profifußballwelt verlief alles andere als geradlinig. Obwohl er bereits mit sieben Jahren zum FC Bayern München kam, dauerte es eine Weile, bis er seinen Durchbruch feierte. Er war nicht der körperlich stärkste Spieler, sondern glänzte durch seine Übersicht und seine Fähigkeit, unerwartete Pässe zu spielen – eine Qualität, die ihm in der Bundesliga bereits viel Lob eingebracht hat.
Die fehlenden Erfahrungen in U-Nationalmannschaften sind dabei bezeichnend. Während Rekordtorschütze Miroslav Klose seine gesamte Jugend bei kleineren Vereinen verbrachte und trotzdem zahlreiche Einsätze in der Jugendnationalmannschaft sammelte, fehlte Pavlović diese Basis. Doch unter Thomas Tuchel, der Nagelsmann beerbte, gab ihm der Mittelfeldspieler im Oktober 2023 sein Bundesliga-Debüt. Ein Wendepunkt, der ihm den Weg in den EM-Kader ebnete – bevor eine Mandelentzündung ihn kurzfristig ausbremste.
Nagelsmanns Vertrauen: Nach der Operation hat sich Pavlović nicht nur körperlich gesteigert, sondern auch mental reifer agiert. Seine Routine im Champions League Einsatz für die Bayern zeigt sein Können. Nun scheint er bereit für die WM-Bühne zu sein.

Mehr als nur schwierige pässe
Was macht Pavlović so besonders? Seine Passquote in der Bundesliga war beeindruckend, besonders bei schwierigen Pässen nach vorne. Er ist nicht nur in der Lage, den Ball präzise zu spielen, sondern auch, das Spiel zu lesen und die richtigen Entscheidungen zu treffen. Seine Stärken liegen im Antizipieren und dem Finden von Räumen, in denen andere Spieler nicht sehen.
Allerdings gibt es auch Bereiche, in denen er sich noch verbessern muss. Sein Zweikampfverhalten und seine Schnelligkeit sind nicht seine größten Stärken. Doch Pavlović arbeitet hart an sich, wie er selbst betont: „Ich war spätpubertierend. Alle um mich herum waren gefühlt schon erwachsen - und ich war noch ein Kind. Ich brauchte meine Zeit, das Wachstum kam spät.“
Die Konkurrenz im DFB-Team ist groß, mit Spielern wie Leon Goretzka, aber Nagelsmann scheint Pavlović zu vertrauen und setzt auf seine Qualitäten. Gegen Curacao hat er bereits bewiesen, was in ihm steckt. Ob er sich als Führungsfigur etablieren kann, wird die Zukunft zeigen. Aber eines ist klar: Aleksandar Pavlović ist ein Spieler, der Spaß macht und das deutsche Team bereichert.
