Pavard bei inter: vom hoffnungsträger zum problemfall – und jetzt?
Mailand – Er kam als Hoffnungsträger, als der Mann, der die Abwehr von Inter Mailand auf ein neues Level hebt. Nur wenige Monate später stand Kingsley Pavard vor dem Abschied. Jetzt kehrt der französische Nationalspieler zurück, ein Fußballer im Niemandsland zwischen Anspruch und Realität. Was genau geschah bei Inter, und warum ist der Deal mit dem OM geplatzt?
Der traum von der serie a – und die realität
Im Sommer 2023 war die Freude groß. Pavard, zuvor beim FC Bayern München, sollte die Defensive der Nerazzurri verstärken und den erhofften Schritt zum Champions-League-Titel ermöglichen. Trainer Simone Inzaghi sah in ihm den idealen Mann für die Serie A, ein Urteil, das sich in der ersten Saison größtenteils bestätigte. Inter sicherte sich die Meisterschaft, wenn auch mit einigen Wackeln in der Champions League.
Doch mit dem Wechsel von Inzaghi kam auch ein Umbruch. Der neue Defensivchef, Simone Chivu, bevorzugte einen Spielertyp wie Manuel Akanji, der Pavards Stärken nicht so optimal ergänzte. Dazu kam ein gehöriges Salär: Pavard kassiert satte 5 Millionen Euro netto pro Saison – eine Summe, die Inter angesichts der wirtschaftlichen Lage gerne eingespart hätte. Die Entscheidung, ihn an Olympique Marseille zu verleihen, wirkte folgerichtig.

Padel, sardinien und der „hater“-vorwurf
Während Inter beim Klub-Weltpokal in Saudi-Arabien schwielte, genoss Pavard seinen Urlaub in Sardinien. Was zunächst harmlos schien, entfachte eine ungewollte Debatte. Fotos, die ihn beim Padel-Spielen mit dem Mailänder Stadtrivalen Theo Hernandez zeigten, sorgten für Unmut im Intern der Nerazzurri. Der damalige Kapitän Lautaro Martínez ließ wenig Zweifel an seinen Erwartungen: „Ich habe Dinge gesehen, die mir nicht gefallen haben. Wer nicht bleiben will, muss gehen.“ Ein klarer Wink mit dem Zaunstecken, der Pavard offenbar erreichte.
Auf Social Media wehrte sich Pavard gegen den Vorwurf des „Verrats“ und postete einen Songtext: „Never been a hater, I don't care enough.“ Eine deutliche Ansage, die aber die Frage offenließ, warum er sich überhaupt in diese Situation manövrierte. Es war mehr als nur ein Urlaub; es war ein Spiegelbild seiner ambivalenten Rolle bei Inter.

Die rückkehr nach mailand – ein zweiter versuch?
Olympique Marseille entschied sich, die Kaufoption in Höhe von 15 Millionen Euro nicht zu ziehen. Somit kehrt Pavard, samt seines hohen Gehalts, zurück nach Mailand. Ein ungewöhnlicher Zustand, der die Frage aufwirft: Wie wird Inter mit dieser Situation umgehen? Wird man versuchen, ihn doch noch abzugeben, oder wird er zumindest Kaderplatz einnehmen und eine Art „lebende Ablöse“ darstellen? Die Zeichen stehen nicht gut für einen Neuanfang. Pavard muss sich neu beweisen, und Inter muss einen Weg finden, mit einem Spieler umzugehen, der offenbar nicht mehr voll und ganz ins System passt. Die kommende Saison könnte für beide Seiten turbulent werden, ein Tanz auf dem Vulkan zwischen sportlichem Anspruch und wirtschaftlicher Notwendigkeit.
