Frankreich triumphiert: olise glänzt, mbappé schreibt geschichte
Dortmund – Ein rabenschwarzer erster Durchgang, eine fulminante zweite Hälfte: Frankreich präsentierte sich gegen Senegal in einer Achterbahnfahrt der Gefühle und machte deutlich, dass mit den „Tricolores“ im Kampf um den WM-Titel fest zu rechnen ist. Während Senegal lange Zeit gefährlich agierte, entschied die Klasse der französischen Offensivkräfte das Spiel.

Der coup von deschamps: olise als gamechanger
Nach einer ersten Halbzeit, in der Senegal die besseren Chancen hatte – ein Lattenschuss von Jackson und eine vergebene Großchance von Sarr raubten Frankreich fast noch die Nerven – griff Nationaltrainer Didier Deschamps personell nach. Der Einwechslung von Michael Olise war dabei der Schlüsselmoment. Der junge Flügelstürmer, der in der laufenden Saison beim FC Bayern München bereits auf sich aufmerksam gemacht hat, veränderte das Spiel der französischen Offensive grundlegend. Er interpretierte die Position zwischen Defensive und Offensive auf eine Art und Weise, die Dembélé im PSG-System von Luis Enrique lange Zeit fehlte.
Olise fand Räume, brach Linien und spielte präzise Pässe auf Kylian Mbappé. Dass Sarr seine Qualitäten in dieser Situation nicht unter Beweis stellen konnte, wird ihm noch lange in Erinnerung bleiben. Die Franzosen übernahmen fortan die Kontrolle, ohne jedoch sofort in Führung zu gehen. Im ersten Durchgang verpasste Mbappé nach einer Vorlage von Olise die Führung knapp.
Ein Schock für Senegal: Die Szene um den möglichen Elfmeter für Mbappé nach Kontakt mit Mané sorgte für Verwirrung, entschied der Schiedsrichter jedoch zu Gunsten Senegals. Die Diskussionen über den vergebenen Elfmeter zogen sich über Minuten hin, was den schwachen ersten Durchgang zusätzlich verzerrte.
Mbappé, der unbestreitbar im Rampenlicht steht, erzielte letztlich zwei Tore und übertraf mit seinem Treffer den Rekord von Miroslav Klose. Doch die Leistung von Michael Olise sollte nicht übersehen werden. Er war schlichtweg unaufhaltsam, besonders in der zweiten Hälfte. Seine Vorlagen waren von außergewöhnlicher Qualität, und die Tatsache, dass er immer noch nicht zu den 150 Millionen Euro Ablöse gehört, die Florentino Pérez für andere Talente aufruft, ist schlichtweg ein Versehen des FC Bayern München.
Obwohl Mbappé in Weltmeisterschaften stets die entscheidenden Momente für sich entscheiden kann, ist Olise der ungeschliffene Diamant, der Frankreich noch mehr Tiefe verleihen könnte. Die Franzosen haben bewiesen, dass sie auch in schwierigen Situationen bestehen können und einen Titelgewinn in dieser Weltmeisterschaft ernsthaft anstreben. Die Konkurrenz wird gewarnt: Frankreich ist zurück – und besser denn je.
