Paula blasi: vom crossover-talent zur roja-fahrerin – ein aufstieg!
Die Radsportwelt staunt – und das zu Recht. Paula Blasi, gerade einmal 23 Jahre alt, hat sich in kürzester Zeit von einer vielversprechenden Athletin zu einer der dominantesten Kräfte im Frauenradsport entwickelt. Ihr Triumph auf dem Angliru, der steilsten Anstieg der Vuelta a España Femenina, markiert nicht nur einen persönlichen Meilenstein, sondern auch eine Zeitenwende im Peloton.
Die ardennen-saison als vorbote
Schon in diesem Frühjahr deutete vieles auf Blasís außergewöhnliches Talent hin. Siege bei der Amstel Gold Race und bemerkenswerte Platzierungen in der Flèche Wallonne Féminine und Liège-Bastogne-Liège Femmes zeigten, dass sie nicht nur in den Bergen, sondern auch in den klassischen Rennen der Ardennen zu den Besten gehört. Doch der Sieg auf dem Angliru war etwas anderes – eine Demonstration von Stärke und mentaler Unbezwingbarkeit.
„Ich bevorzuge, dass mir meine Rivalinnen die Grenzen setzen, bevor ich es selbst tue“, erklärte Blasi nach ihrem Triumph in einem Interview. Diese Aussage fasst ihre Einstellung perfekt zusammen: Sie scheut keine Herausforderung und kämpft bis zum letzten Atemzug.

Durango als nächste bewährungsprobe
Am Dienstag, den 19. Mai, steht für Blasi die Clásica de Durango an. Das Rennen über 113 Kilometer mit insgesamt 1.400 Höhenmetern verspricht ein harter Test für die junge Spanierin. Das gebrochene Terrain wird sie an ihre Grenzen bringen, doch Blasi ist bekannt für ihre Fähigkeit, sich an jede Situation anzupassen.
Neben UAE Team ADQ werden auch Education First und FDJ-SUEZ an den Start gehen. Das lokale Team Laboral Kutxa wird vor heimischem Publikum alles geben. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Comeback der Italienerin Silvestri, die nach einem schweren Sturz in der Milán-San Remo zurückkehrt.

Ein ungewöhnlicher weg zum radsport
Blasis Aufstieg zum Radsport ist alles andere als konventionell. Vor wenigen Jahren noch bestritt sie Cross-Rennen, Duathlons und Leichtathletik-Wettkämpfe. Als Jugendliche war sie sogar spanische Meisterin im 800-Meter-Lauf. Eine Verletzung leitete ihren Weg in den Radsport ein, wo sie schnell ihr Talent entfaltete. Ihr Mutter, Eva Cairol, beschreibt sie treffend als „Sportlerin durch und durch“ – eine Beschreibung, die ihre außergewöhnliche Anpassungsfähigkeit und ihren unbändigen Willen widerspiegelt.
Ihr Trainer, Francesc Escolà, erinnert sich an eine Szene, die wie ein Omen wirkt: „Sie kam als Letzte aus dem Wasser beim Triatlon, aber beendete den Radsportteil als Erste.“ Seitdem ist alles sehr schnell gegangen: Europameisterschaft im U23, Bronzemedaille bei den Weltmeisterschaften, Siege in der Amstel Gold Race und der Vuelta a España Femenina – alles in weniger als zwei Jahren.
Der angliru-effekt: ein bild für die ewigkeit
Das Bild von Blasi auf dem Angliru, sitzend auf dem Sattel, mit unerbittlichem Kraftaufwand, während andere Fahrerinnen sich abmühten, ist ikonisch geworden. Sie selbst gab zu, dass sie an diesem Tag immense Schmerzen erlitt. „Der Angliru hat mich zum Weinen gebracht“, sagte sie. Doch sie gab nicht auf und feierte einen historischen Sieg.
Der transfermarkt bebt
Blasis Leistungen haben bereits für großes Interesse im Transfermarkt gesorgt. Movistar, Lidl-Trek, FDJ-SUEZ und Uno-X Mobility buhlen um ihre Dienste. Ihr Vertrag bei UAE Team ADQ läuft noch bis 2027, doch eine Ausstiegsklausel von lediglich 100.000 Euro macht sie zu einem attraktiven Ziel für finanzstarke Teams. Gerüchte besagen, dass sie für ihren nächsten Vertrag zwischen 800.000 und 850.000 Euro pro Saison einsetzen könnte – ein enormer Sprung im Vergleich zu ihren bisherigen 40.000 Euro.
Während der Transfermarkt brodelt, konzentriert sich Blasi auf ihre nächste Aufgabe in Durango. Sie kehrt zurück auf die Straße, mit dem Tour de France im Blick und dem UAE-Team, das alles daran setzen wird, sie zu halten. „Ich möchte die Tour gewinnen oder eine Weltmeisterschaft“, sagte sie. In Durango beginnt für Paula Blasi ein neues Kapitel – ein Kapitel, das noch lange nicht zu Ende geschrieben ist.
