Pau torres: vom underdog zum europa-league-finalisten
Ein Handschlag, ein Versprechen – und ein europäisches Finale. Pau Torres, der zentrale Fels im Aston Villa-Team, hielt Wort. Nur einen Monat, nachdem er ein Interview bei der Trainingslager-Etappe in Torrepacheco zugesagt hatte, stand er nun im Media Day in Birmingham, sichtlich erschöpft von der Siegesserie gegen Liverpool, aber mit einem entschlossenen Blick.
Die erfahrung zählt: penaltis und champions-league-gegner
Torres, der bereits die Europa League mit Villarreal gewonnen hat, bringt eine unschätzbare Erfahrung mit. Die dramatischen Elfmeter gegen Manchester United im Halbfinale vor zwei Jahren haben ihn geformt, ihn gelehrt, dass der Titelgarantie im Fußball keine existiert. „Der Titel als Favorit bedeutet nichts“, betont er. „Wir haben mit Villarreal gezeigt, was möglich ist. Es braucht harte Arbeit über die gesamte Saison hinweg, die Eliminierung starker Gegner wie Lille oder Bologna, und auch die Begegnungen gegen Nottingham Forest, die immer schwierig sind, wenn man gegen ein englisches Team in Europa antritt.“
Die Chancen auf den Titel schätzt er realistisch ein: „Wir gehen mit 50 Prozent re, beide Mannschaften sind gleichwertig. Aber wir werden mit der Mentalität in das Spiel gehen, es zu gewinnen.“

Emery's einfluss: „wie im eigenen garten“
Die Euphorie in Birmingham ist spürbar, nach über 40 Jahren ohne europäischen Endspiel. Torres spürt den Druck, die Sehnsucht der Fans nach einem Titel. „Wir alle sind stolz darauf, den Verein nach so langer Zeit wieder in einem europäischen Finale zu sehen. Es war ein Ziel für uns alle“, sagt er. Und er sieht, wie Unai Emery die Europa League angeht – mit einer scheinbar mühelosen Eleganz: „Es ist schwer, das zu erreichen, was der Trainer erreicht. Aber jetzt, wo wir in der Liga unsere Arbeit erledigt haben, können wir uns voll und ganz auf das Finale konzentrieren, es genießen und mit maximaler Motivation in das Spiel gehen.“
Seine Leistungen in dieser Saison sind schlichtweg herausragend. Nach einer Verletzungspause hat er eine beeindruckende Formshown gezeigt und bildet mit Konsa eine der besten Innenverteidigerpaarungen der Premier League. Der Gewinn der Champions-League-Qualifikation ist ein weiterer Meilenstein, aber das Europa-League-Finale ist die Krönung. „Ich fühle mich sehr wohl und habe die Konstanz gefunden, die ich mir gewünscht habe. Die Ergebnisse stimmen, und ich hoffe, dass wir den Europa-League-Titel gewinnen können.“
Neben dem sportlichen Erfolg hat Torres auch private Prioritäten. Seine Tochter begleitet ihn nach Villa Park, ein Zeichen dafür, dass er sich in Birmingham zu Hause fühlt. Seine Zukunft in der spanischen Nationalmannschaft ist ebenfalls ein Thema, aber die Entscheidung liegt letztendlich bei Luis de la Fuente. Denn eines ist klar: Pau Torres hat das Zeug dazu, ein Schlüsselspieler für Spanien zu werden.
