Pau guitart fliegt zurück: torhüter-star kehrt nach spanien ab
Pau Guitart ist weg. Nach nur einem halben Jahr in der 2. Bundesliga packt der Spanier schon wieder die Koffer – und das, obwohl er in Krefeld gerade erst zum Held avancierte. 19 Paraden gegen Oppenweiler, ein Klassenerhalt in Reichweite, und jetzt this: Der 29-Jährige unterschreibt bis 2026 bei Horneo EON Alicante.
Der wechsel, der niemanden wirklich überrascht
Guitart war nie ein Mann für lange Aufenthalte. Schon 2023 schnappte sich Tubos Aranda den Keeper, feierte ihn als „Entdeckung der Saison“, ließ ihn dann ziehen. Krefeld holte ihn im Winter als Notnagel, kassierte 13 Tore weniger pro Spiel, seitdem stand er im Kasten. Doch die Liga Asobal ruft lauter als jede Zweitliga-Kabine. Alicante bietet internationale Spiele, Sonne und ein Gehalt, das die HSG nicht mal annähernd stemmen kann.
Die Zahlen sind brutaler als jede Presseerklärung: In 14 Partien für Krefeld hielt Guitart 34,7 % aller Würfe – Zweitliga-Spitze. Ohne ihn steht der Klub jetzt wieder mit dem Rücken zur Wand. Manager Frank Schiller bestätigt auf Nachfrage, man habe „alle Hebel in Bewegung gesetzt“, doch Guitarts Klausel war einseitig kündbar. „Ein Zeichen, dass der spanische Markt wieder Fahrt aufnimmt“, sagt Insider Sergio Martinez.

Domenech bekommt einen partner mit abstiegs-ptsd
In Alicante erwartet Guitart nicht nur Meer und Tapas, sondern auch Roberto Domenech, einen Nationaltorhüter, der seit Wochen allein unter Beschuss stand. Die Führung um Sportdirektor Miguel Ángel Sánchez suchte verzweifelt nach einer zweiten Garde, nachdem备用keeper Álvaro Martínez sich das Kreuzband riss. Guitart passt ins Profil: erfahren, kampfgehartet, bereit, den Zweikampf zu ziehen. „Er kennt Druck aus der Abstiegszone, das mussten wir nutzen“, sagt Sánchez.
Der Zeitplan ist eng: Noch diese Woche reist Guitart nach Valencia, absolviert den Medizincheck, quält sich durch Laktattests. Am 15. Juli startet das Trainingslager in den Pyrenäen – er soll sofort Vollgas geben. „Ich will Titel“, sagt Guitart in der offiziellen PK, „nicht nur mitfahren.“ Klingt nach PR, aber seine Statistik spricht eine deutliche Sprache: 2022/23 178 Paraden in 26 Spielen, dazu eine Save-Rate von 38,4 % in der Königspokal-Hauptrunde.
Für Krefeld bleibt ein Loch, das größer wirkt als die komplette Zweitliga-Tabelle. Nach dem Pokalaus gegen Gummersbach droht der Rückfall an den Tabellenende. Interimscoach Andrej Sinkevich muss nun mit dem 19-jährigen Talent Luca Hansen planen – oder doch wieder auf dem Transfermarkt wühlen. Die Uhr tickt: Saisonstart in 55 Tagen, der erste Gegner heißt Eisenach, gerade selbst aufgestiegen. Dort wartet ein Ex-Krefelder – und der Kreis schließt sich.
