Pascual zerreißt sein team nach klassiker-desaster: „wenige reichen nicht“
Xavi Pascual stand mit leeren Händen da, als hätte ihm jemand den Boden unter den Füßen weggezogen. 40 Minuten war sein Barça in der Defense ein offener Scheunentor – und der Trainer aus Gavá wusste: So geht man nicht einfach nur unter, man versinkt.
Die kabine kochte, doch es half nichts
Schon in der Pause hatte der 53-Jährige die Spieler zusammengeschrien, mehr Intensität, mehr Präsenz in der Zone gefordert. Das zweite Viertel war eine Katastrophe gewesen, 28 Punkte kassiert, jeder Gegenzug ein Schlag ins Gesicht. Doch nach dem Seitenwechsel folgte nicht die erhoffte Reaktion, sondern nur ein müdes Abklatsch dessen, was einst Champion machte.
„Der Einsatz war nicht breit genug“, presste Pascual zwischen zusammengebissenen Zähnen heraus. „Ein paar haben gekämpft, aber das reicht nicht, wenn Real Madrid jeden Wurf mit Schulter und Seele verteidigt.“ Die Zahlen waren gnadenlos: 94 Gegentreffer, 60 % Feldwurfquote der Königlichen, 18 Ballverluste der Katalanen. „Nach dem 0:10-Run im zweiten Viertel war die Partie gelaufen“, sagte er und schlug mit der flachen Hand gegen die Wand des Mixed Zone-Gangs.

Scariolo lächelt – und schwört sich schon auf efes ein
Auf der Gegenseite strahlte Sergio Scariolo, der Italiener, der sonst selten lacht, als hätte er den Jackpot geknackt. „Manchmal trifft die Qualität der Aktionen auch den Korb“, sagte er mit einem Seitenhieb auf die Barça-Defense. Besonders stolz war er auf Gabriele Procida, den jungen Schützling, der in 17 Minuten 14 Punkte versenkte. „Ich gebe ihm nicht immer viele Minuten, deshalb muss er jeden Moment nutzen. Er ist ein Langzeitprojekt, aber heute hat er gezeigt, dass er bereit ist.“
Scariolo wischte die Euphorie aber sofort beiseite. „Diese Niederlage für Barça ist nicht unser Problem. Am Dienststag warten 40 Minuten Hölle in Istanbul.“ Der Blick ging schon Richtung Anadolu Efes, wo ein Sieg den Madrilenen den Sprung auf Platz zwei bescheren würde.
Für Pascual bleibt nur die Reise in die tiefste Krise. „Ich muss die Jungs aufrichten, sonst fliegen wir am Dienstag raus“, sagte er und verschwand in Richtung Kabine. Die Uhr tickt – und sie tickt laut.
