Paris basketball feuert tabellini nach heim-pleite und euroleague-crash

Paris Basketball trennt sich mit sofortiger Wirkung von Headcoach Francesco Tabellini. Der italienische Coach muss nach der 85:95-Heimniederlage gegen Bourg gehen – ein Rückschlag, der die ohnehin angespannte Lage im Porte de la Chapelle-Arena eskalierte.

Die zahlen, die tabellini beerdigen

16 Siege, 7 Niederlagen – Platz drei in der LNB. Klingt solide, reicht aber nicht, wenn der Klub mit Monaco (19-3) und Nanterre (17-6) zwei unangefochtene Spitzenreiter vor sich hat. Die EuroLeague liefert das eigentliche Desaster: 12 Erfolge, 21 Pleiten, Rang 17 von 18 Teams. Wer sich daran erinnert, wie Tiago Splitter in der Premierensaison noch die Play-offs erreichte, sieht diese Saison ein Nachbild voller Risse.

Tabellini kam als Siegertyp. In Nymburk hatte er 138 Spiele bestritten und nur 22 verloren – eine Bilanz, die in der tschechischen Liga nahezu mythisch ist. Doch die EuroLeague ist kein tschechisches Dorf. Hier zählt Tempo, Tiefe und vor allem Kontinuität. Paris fehlte allen drei. Die Defense kollabiert in Schlussvierteln, die Rotation wirkt wie zusammengewürfelt, und T.J. Shorts, letzte Saison noch Play-off-Held, findet sich in Doppelteams wieder, die ihn bis zur Mittellinie eingebremst haben.

Was der klub jetzt will

Was der klub jetzt will

Intern spricht man offen von „einem Neuanfang vor dem Saisonfinale“. Das klingt nach Euphemismus, ist aber Realität: Noch stehen zehn Ligaspiele auf dem Plan, das EuroLeague-Gruppenende rückt näher. Die Führung verlangt jetzt eine sofortige Reaktion, um die Play-off-Chance in Frankreich nicht zu verspielen. Kandidaten? Der Name Željko Obradović kursiert in Fanforen, doch der Serbe gilt als unrealistisch. Nahe liegender: Assistant Coach Gaëtan Müller, der die Defense-Scouts betreut und in der Kabine hohes Ansehen genießt. Oder ein Kurzzeit-Feuerlöscher à la Vincent Collet, derzeit ohne Job nach seinem Abschied von Metropolitans 92.

Die Entscheidung fällt innerhalb der nächsten 48 Stunden, um das Training am Montag mit klaren Strukturen zu beginnen. Paris’ Manager Sebastian Šurnička will „kein Sommermärchen, sondern eine Herbstaufgabe“ lösen – ein Satz, der die Drucksituation beschreibt. Denn wer in der EuroLeague 17. wird, riskiert nicht nur Imageverlust, sondern auch Einnahmeausfälle in Millionenhöhe. Die Nachfolge von Tabellini wird damit zur wirtschaftlichen Notwendigkeit, bevor sie zur sportlichen wird.

Die Fans reagierten auf die Kündigung gemischt. Die Ultras von „Les Moustiques“ skandierten noch während des Bourg-Spiels „Tabellini, va-t’en!“ – jetzt ist er weg, und die Kurve fordert ein Konzept statt nur einen neuen Namen. Die Arena sparte sich am Sonntagabend übrigens jede Geste des Dankes: keine Laudatio, keine Videobotschaft. Ein Coach, der einfach verschwindet, so schnell wie das Play-off-Ticket in dieser Saison.