Paralympische winterspiele: kanada verzichtet auf teilnahme an eröffnungsfeier
Kanada verzichtet auf eröffnungsfeier in verona
Die kanadische Delegation wird bei der Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele in Verona am 6. März nicht antreten. Das Nationale Paralympische Komitee (CPC) Kanadas begründet diesen Entschluss mit logistischen Gründen und dem Fokus auf die sportliche Vorbereitung. Es handelt sich dabei jedoch nicht um einen Boykott, wie das CPC betont.

Logistische herausforderungen und sportlicher fokus
Laut einer offiziellen Stellungnahme des CPC liegt die Eröffnungsfeier über zwei Stunden von den Athletendörfern entfernt. Angesichts des unmittelbar darauffolgenden Wettkampfbeginns habe man sich entschieden, dass sich die Athleten und das gesamte Team auf die finale Vorbereitung konzentrieren sollten. Stattdessen soll die Eröffnung der Spiele gemeinsam in den jeweiligen Dörfern gefeiert werden.

Solidarität mit der ukraine
Trotz des Verzichts auf die Teilnahme an der Eröffnungsfeier betonen die Kanadier ihre uneingeschränkte Solidarität mit den ukrainischen Athleten und der ukrainischen Bevölkerung. Kanada hatte im September bei der Generalversammlung des Internationalen Paralympischen Komitees (IPC) gegen die Wiederaufnahme russischer und belarussischer Sportler gestimmt und hält weiterhin an dieser Position fest.
Kontroverse um russische und belarussische teilnahme
Insgesamt dürfen sechs russische und vier belarussische Athleten dank Wildcards an den Winterspielen in Mailand und Cortina d’Ampezzo (6. bis 15. März) teilnehmen. Diese Entscheidung des IPC, die Suspendierung der beiden Länder aufzuheben, ermöglicht es den Athleten, unter ihrer eigenen Flagge anzutreten und nationale Embleme zu zeigen. Im Falle eines Erfolgs würde auch die jeweilige Hymne gespielt.
Reaktionen und boykottaufrufe
Die Ukraine hat bereits einen Boykott der Eröffnungsfeier angekündigt. Dieser Entscheidung haben sich auch Tschechien sowie die Nachbarländer Russlands – Finnland, Polen, Estland und Lettland – angeschlossen. Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hingegen lehnt einen Boykott ab und möchte den Fokus auf die sportlichen Wettkämpfe legen, so DBS-Präsident Hans-Jörg Michels.
Kanadas position zur wiedereingliederung
Kanada ist weiterhin der Überzeugung, dass die Bedingungen für die Wiedereingliederung russischer und belarussischer Sportler noch nicht erfüllt sind. Die Entscheidung des IPC wird weiterhin kritisch begleitet. Die kanadische Delegation konzentriert sich nun auf die bestmögliche Unterstützung ihrer Athleten bei den Wettkämpfen in Italien.
