Paralympics-rekord: 30.000 euro für gold – und das erste mal ohne steuerabzug

Die Deutsche Sporthilfe dreht an der Preis-Schraube. Für Gold in Mailand und Cortina gibt’s künftig 30.000 Euro – und das ist noch nicht einmal die Hauptmeldung. Denn wer im März 2026 auf das Podest fährt, darf die Prämie erstmals komplett behalten; der Bund erlässt die Steuer. Ein Paralympics-Sieg war selten so viel wert.

Warum silber künftig so viel wie ein pariser gold zahlt

Warum silber künftig so viel wie ein pariser gold zahlt

In Paris lag die Spitzenprämie bei 20.000 Euro, doch das reichte der Sporthilfe offenbar nicht. „Wir wollen Gleichwertigkeit sichtbar machen“, sagt man intern. Deshalb fließen nun 30.000 Euro für Gold, 20.000 für Silber und 10.000 für Bronze – gleicher Betrag, gleicher Stolz, gleiche Kasse. Die Entscheidung fiel bereits im Frühjahr, gehalten wurde sie aber bis zur finalen Budgetfreigabe unter Verschluss.

Die Summe ist kein Pappenstiel. Seit 2010 hat die Stiftung Paralympics-Athleten mit 1,98 Millionen Euro bedacht, allein 40 Aktive plus acht Guides sind dauerhaft im Fördernetz. Andrea Rothfuss ist das Urgestein: 22 Jahre lang profitiert die Skifahrerin vom System, absolvierte dabei fünf Winterspiele und sammelte Gold, Silber, Bronze – und jede Menge Schecks.

Doch die neue Prämie kommt nicht ohne Druck. „Wir erwarten, dass die Leistungsträger ihre Medaillenquoten halten“, heißt es in der Förderrichtlinie. Wer 2026 podestfähig ist, landet automatisch im „Club der Besten“, einem exklusiven Netzwerk mit Sponsor-Terminen, Mentoring-Programmen und Nachwuchsprojekten. Die Botschaft: Geld allein reicht nicht, Nachhaltigkeit zählt.

Einziger Wermutstropfen: Die Prämie gilt nur für deutsche Starter. Internationale Guides, die para-Teams begleiten, erhalten eine Aufwandsentschädigung, aber keine Siegprämie. Die Sporthilfe prüft, ob sich das künftig ändert, doch der Haushalt ist bereits auf 1,3 Millionen Euro für Mailand/Cortina verplant.

Für Athleten wie Rothfuss ist das ein Grund zur Freude, aber kein Ruhepol. „Ich fahre nicht fürs Geld, aber es entlastet“, sagt sie. Ihr Ziel: zwei weitere Medaillen, dann Karriereende. Mit 38. Die Uhr tickt, die Prämie wartet – und das Finanzamt schaut erstmals weg.