Paralympics starten – aber alle reden über politik, nicht sport
Verona, Freitagabend: Die Eröffnungsfeier der Paralympischen Winterspiele 2026 beginnt – und das deutsche Team schaut von zu Hause aus zu. Kein Einmarsch, keine Fahnenträger live im Amphitheater, kein gemeinsames Auftreten. Was als Solidaritätsgeste gegenüber der Ukraine begann, hat sich in wenigen Tagen zu einem sportpolitischen Eklat entwickelt, der die eigentlichen Wettkämpfe vollständig überschattet.

Der dbs und eine entscheidung, die lange auf sich warten ließ
Monoski-Fahrerin Anna-Lena Forster und Eishockey-Spieler Jörg Wedde sind offiziell die deutschen Fahnenträger – aber nur in einem Videoclip. Das hat nicht allein politische Gründe: Die Organisatoren der Feier hatten sich bereits vor Monaten gegen den klassischen Athleteneinmarsch entschieden. Trotzdem wäre die deutsche Delegation auch bei einem traditionellen Format nicht erschienen.
Der Deutsche Behindertensportverband (DBS) hatte lange gezögert. Erst am Dienstag, also buchstäblich in letzter Minute, fiel die Entscheidung, der Zeremonie fernzubleiben. Genau diese Kurzfristigkeit befeuerte die Debatte. DBS-Vorstandsvorsitzender Idriss Gonschinska betonte am Donnerstag, man habe sich bereits früh mit der Ukraine solidarisiert – und wirkte dabei ein wenig so, als müsse er die eigene Haltung vor der Öffentlichkeit noch einmal zusammenflicken. „Hier gehen Lebensträume auf, hier haben Athleten seit vielen Jahren daraufhin gefiebert
