Paolini dreht 0:1-satz gegen siegemund und zieht in madrid ein
Jasmine Paolini hat sich in Madrid blutige Knie geholt – und einen Sieg, der wehtut. Die Italienerin rang Laura Siegemund nach 2:23 Stunden mit 3:6, 6:2, 6:4 nieder und steht im Achtelfinale des WTA-1000-Turniers.
Der Matchplan der Deutschen war simpel: Früh drücken, Paolini ins Laufen zwingen, den Fehler erzwingen. Klappte im ersten Satz. Siegemund nahm gleich das zweite Aufschlagspiel, servierte danach wie ein Uhrwerk und ließ der Nummer neun der Welt keine Rhythmus-Findung. 6:3 nach 38 Minuten – ein Satz, der nach mehr aussah als nach Satzverlust.
Die pause, die alles drehte
Toilet break, zwei Minuten, kein Drama – und doch ein Reset. Paolini kam zurück, schaltete einen Gang höher und drehte die Gewaltspirale um. Plötzlich stand sie zwei Meter vor der Grundlinie, nahm Siegemund den Zeitgeist, traf Winner mit dem Rückhand-Cross, das Caja Mágica kochte. 6:2 im zweiten Satz, nur 33 Minuten, ein Blitz.
Im dritten Durchgang dann der Kleinkrieg: Break, Rebreak, 2:2. Paolini kniete sich nach einem Sturz auf den roten Sand, Berrettini auf der Tribüne hielt sich den Kopf. Aber sie stand auf, schlug ein Backhand-Longline, das selbst Siegemund applaudierte, und holte sich das 4:2. Den Vorsprung gab sie nicht mehr her.
Die Zahlen, die zählen: 27 Winner, 33 unerzwungene Fehler – eine Bilanz, die früher einmal für Paolini das Aus bedeutet hätte. In Madrid ist sie zur Randsportlerin geworden, die Risiko lohnt.
Nächste gegnerin entweder baptiste oder quevedo
Am Dienstag steht die Runde der letzten 16 an. Gegnerin wird die US-Amerikanerin Hailey Baptiste oder die Spanierin Kaitlin Quevedo – beide qualifiern, beide hungrig. Für Paolini heißt es: Erst mal Duschen, dann Tape ums Knie, dann zurück auf den Platz, der ihr gerade das Selbstvertrauen zurückgegeben hat.
Währenddessen marschierten die Top-Seeds unbeeindruckt weiter. Iga Swiatek ließ Daria Snihur nur drei Games, Aryna Sabalenka schüttelte Peyton Stearns mit 7:5, 6:3 ab. Die Königinnen haben ihre Hausaufgaben gemacht. Paolini musste sie sich erkämpfen – und genau das macht sie in diesem Feld so gefährlich.
Madrid ist Rot, Madrid ist Lärm, und jetzt auch ein bisschen italienisch.
