Panucci zieht die rote linie: milan und napoli lauern auf inters stolperer

Sechs Punkte Vorsprung, vier Spiele ohne Sieg – die Meisterschaft ist längst nicht entschieden. Christian Panucci schickt Milan und Napoli in die Startlöcher.

„Chivu wird aufwachen – und allegri hat die mentalität zurückgebracht“

Der ehemalige Rossoneri-Verteidiger rechnet damit, dass die Inter-Elf von Cristian Chivu nach der Pokal-Niederlage gegen Bologna und der Liga-Remis-Serie endlich die Kurve kriegt. „Der Weckruf kommt zum richtigen Zeitpunkt“, sagt Panucci im Gespräch mit der Gazzetta. „Lautaro kehrt zurück, der Kader ist breit. Aber: Sechs Zähler sind kein Polster, sondern eine Einladung.“

Einladung für wen? Für Milan und Napoli. Beide Klubs haben ihre Hausaufgaben gemacht, beide haben eine Rechnung offen. Panucci sieht vor allem beim Milan eine mentale Wende. „Allegri hat die Mannschaft wieder funktionsfähig gemacht. Kein Tiki-Taka, dafür aber ein 4-3-3, das in den entscheidenden Momenten funktioniert.“ Die Statistik spricht mit: Kein Gegentor in den letzten drei Auswärtsspielen, nur zwei Gegentore nach der 75. Minute in der gesamten Saison.

Der neuner-fluch und die 70-millionen-bank

Der neuner-fluch und die 70-millionen-bank

Dass Milan keinen Stürmer in Doppelfigur stellt, ist für Panucci kein Drama – sondern ein Marktproblem. „Nkunku und Jashari zusammen kosten 70 Millionen und sitzen meistens. Da hat man lieber einen echten Knipser geholt als zwei Komplizengolfer.“ Seine Lösung: Rafael Leao als falsche Neun. „Er ist kein klassischer Torjäger, aber er zieht die Kette auseinander. Wenn er den Schalter umlegt, ist er unspielbar.“

Napoli? Dort sieht Panucci das größte Potenzial. „Conte hat nach und nach jeden Verletzten zurückgeholt. Ohne die Verletungsmisere wäre Napoli jetzt auf Augenhöhe mit Inter.“ Die Partie am Sonntag in San Paolo gilt als Gradmesser. „Wenn Milan dort besteht, ist die Meisterschaft offen bis Mai.“

Nationalteam? „wir sind besser als nordirland – und das reicht“

Nationalteam? „wir sind besser als nordirland – und das reicht“

Zum Absatz wechselt Panucci ins Nationaltrikot. WM-Quali, Play-offs, Galles oder Bosnien – ihm ist das egal. „Stilfragen interessieren nur Journalisten. Mit italienischer Persönlichkeit gewinnen wir beide Spiele.“

Die Botschaft ist klar: Wer jetzt zulegt, bestimmt den Takt. Und Panucci würde es lieben, wenn der Titelrennen-Soundtrack erst in der letzten Woche eingespielt wird. „Weil dann der Sport zeigt, warum wir ihn lieben – er macht keine Geschenke.“