Panatta zerstört alcaraz: „der typ spielte, als würde er uns einen gefallen tun“
Adriano Panatta hat nicht einmal mehr mit der Zunge gelöchert. Im Studio von „Domenica Sportiva“ zerlegte der ehemalige französische-Open-Sieger Carlos Alcaraz mit einem Satz, der sofort durchs Land flog: „Er war so locker, als würde er uns einen Gefallen tun, dass er überhaupt auf dem Platz steht.“
Der vergleich mit leao trifft ins herz
Panatta zog den Ball auf, bevor ihn jemand abfangen konnte. Alcaraz‘ Viertelfinal-Aus in Miami gegen Sebastian Korda sei keine normale Niederlage gewesen, sondern ein „svogliato“ – ein italienisches Wort für schleppenden Fußballsprint à la Rafael Leao. „Kein Biss, keine Wut, nur ein Junge, der denkt, das Match gewinnt sich von selbst“, so Panatta. Die Zahlen geben ihm recht: Erst im dritten Satz schaffte der Murcian mehr als zwei Winner in Folge, bis dahin hatte Korda 28 Winner gegen 18 unerzwungene Fehler des Spaniers kassiert.
Der Ex-Champion sieht in Sinner den neuen Maßstab. „Jannik verliert auch, aber selten zweimal hintereinander mit derselben Leere. Er trägt die Schuld auf dem Rücken, nicht auf den Schultern seiner Physiotherapeuten.“ Das Sunshine Double – Sieg in Indian Wells plus Miami – liegt für Sinner laut Panatta „nur noch eine Woche Disziplin entfernt“.

Tennis wird zum kampf ohne helm
Panatta schwenkt vom Einzel zum System. „Früher haben wir dieselbe Tour gespielt, aber heute schlagen sie jeden Ball, als wäre es der letzte ihrer Karriere.“ Die Folge: „Sie brechen sich gegenseitig das Genick.“ Die Saison sei zu lang, die Punkte zu dicht, die Preisgelder zu verlockend. „Ein Musetti oder Cobolli schaut nach vorn und denkt: Wenn ich nicht jetzt zuschlage, bin ich weg vom Fenster.“ Das erklärt, warum Alcaraz‘ Körper in Miami schon wieder nach Luft schnappte – und warum Panatta glaubt, dass die nächste Generation den Thron nicht mehr nur anklopft, sondern einfach eintritt.
80 Millionen Dollar Preisgeld in Miami, ein 19-jähriger, der aussieht wie gelangweilt, und ein alter Fox, der es live in den Kamin wirft. Manchmal genügt ein Satz, um eine Woche lang für Gesprächsstoff zu sorgen. Panatta hat ihn geliefert – und Alcaraz hat bis Monte Carlo Zeit, sich seinen Satz zurückzuholen.
