Palou muss in alabama angreifen: 26 punkte rückstand auf kirkwood

Barber Motorsports Park ist kein ganz normaler Kurs – er ist Álex Palous persönliche Waffe. Am Sonntag (19.00 Uhr MESZ, live auf Movistar #Vamos) rollt die IndyCar-Saison 2026 in Alabama weiter, und für den Spanier von Chip Ganassi Racing ist das Rennen alles andere als ein Routineeinsatz. Er muss gewinnen, sonst wird Kyle Kirkwood zur Legende.

Palou kennt jede schikane, jeden hang

17 Kurven, 3,8 km, asphaltiert wie ein Samtvorhang – und Palou hat hier schon zweimal triumphiert: 2021 sein erstes IndyCar-Siegerlebnis, 2025 der zweite Coup. In fünf Starten landete er nie schlechter als Platz fünf, drei Mal stand er auf dem Podest. Die Zahlen sind laut, die Botschaft klar: Barber ist seine Hausstrecke, die „permanente“, auf der Aerodynamik zählt und nicht nur Rohpower.

Doch die Tabelle lügt nicht. Nach drei Rennen in Serie führt Kirkwood vor ihm – mit 26 Punkten Vorsprung. Der Andretti-Pilot fuhr in St. Petersburg Vier, in Phoenix Zwei, in Arlington Eins. Kein Ausrutscher, kein Strafsekunden-Debakel wie Palous verhängnisvoller Fehler in Arizona. Regelmäßigkeit frisst Spektakel, das ist die neue Währung der Serie.

Andretti hat auf dauerstrecken etwas zu beweisen

Andretti hat auf dauerstrecken etwas zu beweisen

Kirkwoods Achillesferse heißt Barber. Viermal fuhr er hier, einmal wurde es Zehn, sonst nichts mit Anschluss. Und Andretti? Auf permanenten Kursen stolpert das Team traditionell, während Ganassi seine Dämpfer und Diffusor-Flügel perfekt auf Hochgeschwindigkeits-Mittelkurven trimmt. Wenn Kirkwood diesmal mithalten kann, darf er sich endlich „Allrounder“ nennen, nicht nur Oval-Ass.

Freitag um 20.30 Uhr öffnet sich das erste Zeitfenster, Samstag 16.00 Uhr folgt FP2, 19.30 Uhr die Quali. Der Sonntag beginnt mit dem Warm-up um 16.00 Uhr, ehe um 19.00 Uhr die Ampeln auf Grün springen. Für europäische Fans ein Luxus-Slot – kein Morgengrauen, kein Kompromiss.

Palou muss attackieren, vor allem aber: er muss fehlerfrei bleiben. Ein Sieg würde ihn zwar nicht sofort an die Spitze katapultieren, würde aber die Lücke schmelzen und das Selbstvertrauen seines Teams wieder auf Vordermann bringen. Kirkwood wiederum kann mit einem soliden Top-Five-Platz die Meisterschaftskontrolle fest in der Hand behalten und Palou unter Druck setzen, beim nächsten Oval in Indianapolis zu glänzen.

Barber ist schön, keine Frage – kunstvolle Skulpturen stehen neben der Strecke, Grasberge säumen die Kurven. Doch für Palou ist sie vor allem ein Ort der Wiedergeburt. Verliert er hier Boden, droht die Saison zum Albtraum zu werden. Gewinnt er, lebt der Titelkampf wieder auf. 26 Punkte klingen nach viel, sind in der IndyCar aber nur ein gutes Wochenende entfernt. Die Uhr tickt – und die Ampel springt am Sonntag auf Grün.