Padel-streit eskaliert: méndez deckelt profis und kritisiert preisstrukturen
Die Padel-Szene ist erneut in Aufruhr. Nach der Kontroverse um die Teilnahme von Amateur- und Profi-Duos bei den FIP Platinum Albania hat sich nun Star-Spieler Rafa Méndez (Nummer 114 der Weltrangliste) zu Wort gemeldet und eine regelrechte Abrechnung mit dem System geführt. Sein Fokus: Nicht die Partnerschaften, sondern die unhaltbaren wirtschaftlichen Bedingungen für Profi-Spieler.
Der spieler im kreuzfeuer – wieder einmal
Méndez, in einem Video auf Social Media sichtlich frustriert, prangerte die anhaltende Kritik an Spielern, die solche Kooperationen eingehen, scharf an. “Es ist wieder so weit: Der Spieler steht im Sturm, wird angefeindet und beschuldigt”, klagte er. Der Andalusier stellte die Frage in den Raum, ob wirklich jemand glaube, ein Profi würde bewusst eine schlechtere Wahl treffen. “Wir sprechen von einem Spieler, der mit einem gleichwertigen Partner ein tolles Turnier spielen könnte.”
Er wies darauf hin, dass die aktuelle Debatte von etablierten Figuren und sogar ehemaligen Profis angeheizt werde, die sich über diese Art von Vereinbarungen äußerten. Méndez betonte, dass er die positiven Kommentare schätzt, aber die Mehrheit der Äußerungen, insbesondere von ehemaligen Spielern mit großem Einfluss, die Partnerschaften ablehnen, unangebracht seien.
Das eigentliche Problem liegt woanders, so Méndez. “Wir verstricken uns in oberflächliche Kritik. Wir müssen tiefer graben.” Seine Aussage war eindeutig: “Der Fokus des Problems liegt woanders.”

Die bittere realität der preisgelder
Im Zentrum seiner Argumentation steht die wirtschaftliche Rentabilität im Profi-Padel. Méndez machte deutlich, dass die aktuellen Preisgelder es vielen Spielern unmöglich machen, von ihrer Karriere zu leben. “Es ist eine Schande, welche Preise es gibt”, kritisierte er.
Konkret nannte er die Einnahmen in der ersten Runde eines Major-Turniers: 1.900 Euro. “Dazu müssen Flugkosten, Trainergebühren und andere Ausgaben abgezogen werden.” Besonders teuer seien Reisen nach Südamerika. “Stell dir vor, du musst nach Argentinien fliegen. Allein der Flug kostet 1.300 Euro, und du gewinnst in der ersten Runde 1.200 Euro.”
Zusätzlich zu den Reisekosten belasten auch monatliche Ausgaben wie Training (600-700 Euro), Miete, Verpflegung und Flüge den Spielerkörper. “Ein Spieler hat monatlich durchschnittlich 3.000 bis 4.000 Euro an Ausgaben.” Diese Realität mache es nahezu unmöglich, ausschließlich vom Sport zu leben.
“Es ist unmöglich, als echter Profi zu überleben”, stellte er fest. “Wenn der Spieler würdig leben könnte, würde er das nicht tun.”
Sponsoren als lebensretter
Méndez argumentierte, dass die Entscheidung, mit einem Amateur zu spielen, oft eine notwendige Reaktion auf die wirtschaftlichen Zwänge sei. “Wenn der Spieler in der Lage wäre, von seinem Sport zu leben, würde er das nicht tun”, bekräftigte er. Er betonte zudem die weiterhin entscheidende Rolle der Sponsoren im Profi-Padel. “Die Marken sind es, die es ermöglichen, dass der Spieler überhaupt spielen kann.”
Bevor er seinen Appell abschloss, forderte Méndez die Kritiker auf, sich zu informieren und die Hintergründe zu verstehen: “Bitte, lasst es gut sein. Seid vernünftig, informiert euch und versteht, warum die Dinge so sind.” Seine Aussagen haben die Debatte um die Zugangsbedingungen zu Turnieren und die wirtschaftliche Nachhaltigkeit der Spieler außerhalb der Weltspitze weiter angeheizt.
Die Situation zeigt deutlich: Im Padel-Sport zählt nicht nur das Talent, sondern auch die Fähigkeit, sich die Karriere finanziell leisten zu können. Und das ist eine Hürde, die viele talentierte Spieler bisher nicht überwinden konnten.
