Pádel-luxus für guardia civil: kontroverse beim bau auf fragiler basis

Las Palmas de Gran Canaria – Während sich die Guardia Civil in Las Palmas de Gran Canaria um die Sicherheit der Insel kümmert, dürfen ihre Beamten nun kostenlos eine neue Padel-Bahn nutzen. Doch der Standort der Anlage hat eine bittere Nachwirkung: Sie wurde auf einem notfallreparierten Parkhaus errichtet, das für die Verkehrsstreife genutzt wird. Ein Skandal, der Fragen nach Prioritäten und Sicherheit aufwirft.

Gefährdung durch bauarbeiten?

Gefährdung durch bauarbeiten?

Die neue Padel-Bahn, ein Geschenk der Guardia Civil Stiftung, soll angeblich das „psychophysische Wohlbefinden“ der Beamten fördern. Doch die Asociación Unificada de Guardias Civiles (AUGC) sieht die Sache kritisch. Das Parkhaus, in dem die Fahrzeuge der Verkehrsstreife untergebracht sind, wurde gerade wegen gravierender struktureller Mängel saniert. „Es besteht ein Sicherheitsrisiko“, so ein Sprecher der AUGC. „Die Säulen sind marode, und die Nähe zum Meer verstärkt die Probleme.“ Die Bauarbeiten wurden unter Zeitdruck durchgeführt, nachdem bereits mehrfach auf den schlechten Zustand des Gebäudes hingewiesen wurde.

Die AUGC hat nun offiziell beim Innenministerium um Aufklärung gebeten. Es geht um die Kosten der Padel-Bahn, die beteiligten Firmen, die Baugenehmigung, Gutachten und sogar eine Schallschutzuntersuchung. Die Fragen sind berechtigt, angesichts der Tatsache, dass parallel zu den Bauarbeiten die Toiletten der Kaserne wochenlang unbenutzbar waren, was die Beamten in andere Bereiche des Geländes zwang.

Ein krasser Gegensatz: Während für den Bau der Padel-Bahn Mittel bereitgestellt wurden, mussten die Beamten auf grundlegende sanitäre Einrichtungen verzichten. Die AUGC kritisiert die verfehlte Prioritätensetzung scharf. „Es scheint, als gäbe es Geld für Padel, aber nicht für funktionierende Toiletten“, so ein Insider.

Die Gesamtkosten für die Reparatur des Parkhauses belaufen sich auf 1,2 Millionen Euro. Die technische Bewertung hatte bereits vor den „dringend notwendigen Maßnahmen zur Gewährleistung der Sicherheit“ gewarnt und festgestellt, dass die bisherigen Verstärkungsmaßnahmen unzureichend seien. Das bedeutet: Die Sicherheit der Beamten und des Gebäudes ist weiterhin fraglich, während ein Luxus-Sportfeld entstanden ist.

Die Guardia Civil Stiftung, die 2002 gegründet wurde, um die Mitglieder des Korps und ihre Familien zu unterstützen, hat sich bisher nicht ausführlich zu den Bedenken geäußert. Die AUGC fordert nun Transparenz und eine unabhängige Untersuchung der Vorgänge.

Die Situation wirft ein schlechtes Licht auf die Prioritäten der Verantwortlichen und zeigt, wie leicht Sicherheit und funktionierende Infrastruktur zugunsten von Prestigeobjekten zurückgestellt werden können. Die Fragen der AUGC bleiben offen und müssen dringend beantwortet werden, bevor es zu einem schlimmeren Vorfall kommt.