Paco jémez verlässt west ham – seine 97 tage reichten nicht zum klassenerhalt
97 Tage, sieben Punkte Rückstand bei Ankunft, ein 3:2-Krimi gegen Chelsea und trotzdem der bittere Gang in die Championship. Paco Jémez hat das London Stadium verlassen – mit nur einer Kofferladung Hoffnung, die am Ende nicht reichte.
Der anfang war greifbare euphorie
Am 15. Januar twitterte West Ham ein Foto, wie der Spanier die Hände in die Luft reißt. „Men’s First Team coach“ stand unter dem Post – und die Timeline der Hammers explodierte. Zwei Siege in Serie gegen Tottenham (1:2) und Sunderland (3:1) ließen die Abstiegszone kurz wie ein vergessenes Kapitel aussehen.
Nicht nur die Fans, auch die Kabine spürte die Schockwelle. Spieler berichteten hinterher, Jémez habe in den ersten Trainingseinheiten Bälle aus dem Mittelkreis gedrückt und sofort nach Reflexen gefragt. Seine Handschrift war laut, schnell – und kam an.

Der chelsea-abend, der alles kippte
Stamford Bridge, 78. Minute, 0:2 für West Ham. Die Hammers sangen schon, als Raheem Sterling und Cole Palmer binnen acht Minuten alles umwarfen. 3:2-Endstand. Jémez stand mit verschränkten Armen an der Seitenlinie, als hätte jemand die Regeln des Spiels neu geschrieben.
Von der Niederlage erholte sich die Mannschaft zwar mit drei ungeschlagenen Partien (0:2 gegen Burnley, 1:1 gegen ManUnited, 0:0 gegen Bournemouth), doch die Lücke zum rettenden Ufer blieb: sieben Punkte wurden es zuletzt, zu viel selbst für einen Trainer mit Andalusier-Temperament.

Abschied mit iron-herz
„Ich bin jetzt nur noch ein Iron“, schrieb Jémez auf Instagram – stolz, trotz Abstieg. Drei Danksagungen: an Nuno Espírito Santo, seinen ehemaligen Depor-Kollegen, an den Verein, an die Anhänger. Kein einziger Vorwurf. Nur die nüchterne Feststellung: „Es war hart, aber es hat sich gelohnt.“
97 Tage, die West Ham nicht retteten, aber in Erinnerung bleiben. Die Statistik verrät: 1,38 Punkte pro Spiel unter seiner Co-Ära – besser als vor seiner Ankunft, zu wenig für die Premier League. Manchmal reicht eben nicht einmal der pure Wille, wenn die Saison schon halb verbrannt ist.
Am London Stadium hängt nun ein Trikot mit der Nummer 97 – symbolisch für ein Kapitel, das kurz war, laut und doch stolz. Die Championship ruft. Und Paco Jémez ist längst wieder auf Reisen, die Koffer bereits gepackt für das nächste Abenteuer.
