Oster-sonntag ohne kiteishvili: sturm verzichtet auf seinen zehner – rapid riecht die chance
Ostern in Hütteldorf riecht nach Meister-Bluff. Rapid empfängt Sturm Graz ohne Otar Kiteishvili – und das eine Runde, nachdem der Georgier die Grün-Weißen mit zwei Assists fast allein zerlegt hatte. Fabio Ingolitsch schickt seinen Spielmacher trotz leichter Oberschenkel-Reizung nicht in die Allianz-Arena. „Wir spielen Roulette nicht“, sagt der Coach, „wir spielen Titel.“
Rapid nutzt die lücke – und horn fehlt auch
Beide Seiten müssen auf ihre Links-Flügel verzichten. Bei Rapid fehlt Jannes Horn wegen Gelb-Sperre, bei Sturm der Kopf der Fünfer-Kette. Die Statistik? Ohne Kiteishvili kassierte Sturm in dieser Saison erst einen Punkt aus vier Spielen. Die Null-Nummer in der Offensive. Die Grazer haben 48 Stunden vor dem Anpfiff noch einen deutschen Spezialisten konsultiert – Diagnose: Kein Riss, aber Risiko. Ingolitsch winkte ab. „Lieber ein Spiel verpassen als eine Saison“, sagt er.
Die Wiener haben die Rechnung schon gemacht: Sieg und sie liegen vorne. Drei Siege in Serie ohne eigenes Publikum haben den Glauben zurückgebracht. Johannes Hoff Thorup spürt „mehr Begeisterung als vor einem Monat“. Sein Team hat in der Meister-Gruppe die beste Tordifferenz, die beste Zweikampfquote – und jetzt den psychologischen Vorteil.

Salzburg und lask jagen die bremser
90 Minuten vor dem Spitzenspiel geht es in Hartberg und Linz schon um die europäischen Plätze. Salzburg wartet seit vier Runden auf einen Sieg, Hartberg seit vier auf ein Erfolgserlebnis überhaupt. Die Bullen trafen in diesen vier Partien nur zweimal – ihre schwächste Offensiv-Serie seit 2018. Daniel Beichler fordert „Strafraum-Präsenz statt Ballbesitz-Diktatur“. Manfred Schmid setzt auf die Statistik: 19 Gegentore in vier Duellen mit Salzburg sprechen eine deutliche Sprache. „Heute wollen wir die Null“, sagt er.
In Linz empfängt der LASK eine Austria, die auswärts seit zehn Spielen ungeschlagen ist. Dietmar Kühbauer warnt vor „einer der besten Pressing-Maschinen der Liga“. Stephan Helm kann erstmals seit Wochen auf Tin Plavotic, Abu Barry und Sanel Saljic zurückgreifen – und damit auf drei Spieler, die gemeinsam 1.700 Minuten in dieser Saison absolvierten. Die Austria hat im neuen Jahr 14 Punkte geholt – nur Sturm war erfolgreicher.
Die Tabelle lügt nicht: Ein Punkt trennt die ersten drei, vier Punkte die ersten fünf. Die Meister-Gruppe ist so eng wie nie. Ingolitsch hat seinen Spielern ein Oster-Ei mitgebracht – innen steht: „Platz eins ist kein Geschenk, sondern ein Statement.“
Am Sonntag um 17 Uhr wird sich zeigen, ob Sturm auch ohne seinen Zehner ein Statement abgeben kann. Oder ob Rapid endgültig die Machtbalance in der Bundesliga verschiebt. Die Fans in Hütteldorf werden es live erleben – und die Liga wird danach anders aussehen.
