Österreichs u21 jagt belarus – drei ried-local heroes wollen den em-zug nicht verpassen

Rieder Stadion, 18 Uhr, Ausgang offen. Nach der verpatzten Nachspielzeit in Lüttich droht Österreichs U21, das EM-Ticket doch noch zu verspielen. Gegen Belarus muss gewonnen werden, sonst wird die Reise nach Albanien und Serbien 2027 zur Lotterie.

Perchtold setzt auf rieder feuer

Peter Perchtold hat keine Zeit für Experimente. Der Teamchef rotiert nicht, er aktiviert. Mit Nicolas Bajlicz, Jonas Mayer und Fabian Rossdorfer schickt er drei Spieler aufs Feld, die dieses Stadion aus Teenagerzeiten kennen – als wäre es ihr eigenes Wohnzimmer. „Ein Länderspiel zu Hause ist etwas Besonderes“, sagt Bajlicz, aber er redet nicht von Folklore. Er redet von Pflicht. Weil die Gruppenzweiten-Wertung nur den besten Runner-up nach oben spült, zählt nur Sieg. Alles andere wäre Selbstaufgabe.

Die Statistik lügt nicht. Seit 2022 verlor die U21 in Ried nur einmal – 2:3 gegen Finnland, vor zwei Jahren. Sonst vier Siege, ein Remis, 2.655 Zuschauer beim November-Knockout gegen Frankreich. Die Zahl ist klein, aber laut. Sie sagt: Hier schlägt das Team noch Herz, nicht nur Taktik.

Hinspiel war eine warnung

Hinspiel war eine warnung

Gori, September. Österreich führt, verspielt die Kontrolle, gewinnt trotzdem 3:2. Perchtold erinnert sich: „Wir haben die nötige Ruhe nicht eingeholt.“ Er sagt nicht, dass seine Mannschaft zwischendurch Angst hatte. Er sagt, dass sie jetzt klüger ist. Belarus ist kein Punching-Ball. Die Gäste haben nichts zu verlieren, das macht sie gefährlich. Wer sich auf den Tabellenplatz verlässt, wird gebüßt.

Bajlicz sieht den Fehler vor allem vorne: „Defensiv waren wir stabil, nach vorne müssen wir uns steigern.“ Eine knappe Diagnose. Keine Phrase. Denn wer nicht trifft, kann auch nicht verteidigen. Die U21 hat 13 Tore in acht Spielen erzielt – zu wenig für ein EM-Ticket.

Play-off-türchen ist kein plan b

Play-off-türchen ist kein plan b

Die Rechnung ist hart. Neun Gruppen, nur einer darf als Zweiter direkt, die restlichen acht müssen in die Relegation. Das ist kein Trost, das ist ein Stolperstein. Wer heute zittert, darf im März nicht jammern. Deshalb fordert Perchtold keine Halbzeit, er fordert Vollgas. „Wir wollen die Gruppe gewinnen, nicht retten.“

Um 20 Uhr weiß man mehr. Entweder ist die U21 wieder Favorit oder sie muss um ihre Zukunft beten. Bajlicz, Mayer und Rossdorfer kennen jeden Zentimeter des Platzes. Jetzt müssen sie ihn auch in EM-Terrain verwandeln. Sonst war’s das mit dem Traum – und Ried bleibt nur eine schöne Erinnerung.