Osnabrück vor dem aufstieg: schultz warnt vor selbstüberschätzung

Osnabrück steht kurz vor dem historischen Aufstieg in die 2. Bundesliga – und Trainer Timo Schultz weiß genau, wie brüchig der Traum sein kann. Drei Spieltage vor Saisonende winkt die Meisterschaft und damit die Rückkehr ins gehobene Fußballgeschäft, doch der Coach mahnt zur Vorsicht. In Wiesbaden droht ein Stolperstein, während sich im Hintergrund Gerüchte um mögliche Abgänge verdichten.

Der meistertitel ist kein selbstläufer

Nur noch ein Punkt trennt den VfL Osnabrück von der sicheren Rückkehr in die 2. Bundesliga. Ein Sieg am Sonntag in Wiesbaden (16:30 Uhr, LIVE! bei kicker) würde sogar vorzeitig die Meisterschaft bedeuten. „Das ist auch ein Ziel, ganz klar“, betonte Schultz auf dem Vereinskanal. Doch der Trainer ließ keinen Zweifel daran, dass die Reise in die hessische Landeshauptstadt alles andere als eine reine Formsache ist. „Es braucht keiner denken, dass es eine Picknickfahrt wird“, warnte er und forderte seine Mannschaft zu maximaler Konzentration auf.

Die bisherige Rückrunde der Lila-Weißen war schlichtweg beeindruckend. Nur eine Niederlage in 16 Spielen – eine Serie, die ihresgleichen sucht. Der Aufstieg wäre die Krönung dieser Leistung und der achte für den Rekordaufsteiger. Doch das letzte Kapitel der Geschichte war bitter: Nach dem Aufstieg 2023 folgte der direkte Wiederabstieg. Eine Saison, die vor allem vom Abstiegskampf geprägt war – nach der Winterpause sogar als Tabellenletzter.

Die Fans reisen mit: Die Euphorie in Osnabrück ist riesig. 5000 Anhänger werden ihre Mannschaft in Wiesbaden unterstützen und für eine „coole Atmosphäre“ sorgen, wie Schultz hofft. Ein Kontrast zu den üblichen Verhältnissen im Wellblechstadion, das normalerweise nicht für überbordende Stimmung bekannt ist.

Personalrochade im sommer?

Personalrochade im sommer?

Während der Aufstieg im Vordergrund steht, ranken sich bereits Gerüchte um mögliche Abgänge. Besonders um Ismael Badjie, der mit mehreren Bundesligisten in Verbindung gebracht wird. Ein Wechsel des 20-Jährigen würde für Osnabrück eine beträchtliche Einnahme bedeuten, da sein Vertrag noch bis 2028 läuft. Anders sieht es bei Kevin Wiethaup aus, der ablösefrei nach Karlsruhe wechselt. Ein Wiedersehen mit Spielmacher Lars Kehl, ebenfalls ablösefrei, könnte in der kommenden Saison anstehen – der VfL Bochum, ein möglicher zukünftiger Ligakollege, zeigt wohl Interesse.

Gute Nachrichten gibt es hingegen um Topscorer Robin Meißner, dessen Kaufoption bereits gezogen wurde. Der Leihspieler von Dynamo Dresden war mit 13 Toren und neun Vorlagen der erfolgreichste Osnabrücker. Auch Frederik Christensen, der vom schwedischen Verein ausgeliehen wurde, könnte dem VfL fest verpflichtet werden.

Schultz betonte jedoch, dass er sich auf seine Mannschaft konzentrieren werde. „Ich will nicht der Trotteltrainer sein, der drei Spieltage vor Schluss neun Punkte und 15 Tore Vorsprung hat und es am Ende nicht schafft“, so der 48-Jährige. Die Konkurrenzsituation wird selbstverständlich genau beobachtet. „Natürlich werden wir am Samstag im Bus auf den kicker gucken“, räumte Schultz ein. „Alles andere wäre doch gelogen.“

Der Fokus liegt klar auf Wiesbaden, wo der VfL Osnabrück die Chance hat, Geschichte zu schreiben und den Aufstieg in die 2. Bundesliga vorzeitig zu perfektionieren. Die Fans reisen mit, die Mannschaft ist bereit – und Trainer Schultz warnt eindringlich: Die Mission ist noch nicht abgeschlossen.