Füchse berlin stürzen sich ins veszprém-löwenrevier: krickau warnt vor 50:50-kampf
Köln rufen. Doch davor wartet ein Biss, der wehtut. Die Füchse Berlin müssen im Viertelfinal-Hinspiel der Champions League beim ungarischen Serienmeister Telekom Veszprém antreten – und selbst Trainer Nicolej Krickau spricht offen vom „brutalen“ Brocken. „Beide Mannschaften haben die gleiche Chance, nach Köln zu fahren. Es ist wirklich ein 50:50-Spiel“, sagt der 39-Jährige vor dem Kracher am Donnerstag (18.45 Uhr/Dyn).
Krickau sieht parallelen – und einen brandgefährlichen gegner
Die Berliner reisen mit Pokalsieg im Gepäck und zwei Erfolgen gegen den TBV Gummersbach in der Liga. Selbstbewusstsein? Da. Doch Krickau warnt: „Die kommen mit dem gleichen Selbstbewusstsein, haben auch eine breite Brust.“ Veszprém holte ebenfalls den nationalen Pokal – und legte zuletzt eine Serie hin, die selbst Routinier Bob Hanning schaudern lässt. „Das war das schwerste Viertelfinal-Los aller Teams“, sagt der 58-jährige Manager.
Grund: Die Ungaren haben ihr Niveau nach der Gruppenphase – nur Platz fünf – deutlich angezogen. „Sie stehen defensiv inzwischen viel stabiler. Das ist eine ganz andere Mannschaft, als noch in der Gruppenphase“, betont Krickau. Erinnerungen an die 32:31- und 38:34-Siege der Füchse? Schön. Aber Geschichte.

Die galaktischen aus dem balaton-umland
In Veszprém spielt ein Who-is-Who des Welthandballs. Spaniens Nationalkeeper Rodrigo Corrales hält, Kroatiens Spielmacher Luka Cindrić dirigiert, Torgarant Ivan Martinović nagelt. Dazu die französische Gala-Truppe um Nedim Remili, Hugo Descat und Yanis Lenne. Ägyptens Dauerbrenner Ali Zein, Ungarns Riese Patrik Ligetvári, Brasiliens Abräumer Thiagus Petrus – und auf jeder Position ein Ersatzmann von gleichem Kaliber. „Trainer Xavi Pascual hat auf jeder Position gleich vier hochklassige Spieler“, sagt Krickau. Problem: Alle wollen spielen.
Der Druck kocht. Erst kürzlich drohte Klubboss Dr. Csaba Bartha in einem offenen Brief mit Gehaltskürzungen, sollte das Saisonziel Titel kippen. Hanning nimmt’s zur Kenntnis: „Man merkt, dass die unglaublich viel Druck haben. Diese Mannschaft wurde so zusammengestellt, um die Champions League zu gewinnen.“
Für die Füchse heißt es: Beißen oder fliegen. Das Hinspiel in der Veszprém-Arena entscheidet mit, wer im Mai im Kölner Lanxess-Arena steht. Krickau ist klar: „Natürlich wollen wir auch nach Köln.“ Doch der Weg führt erst mal durchs ungarische Löwenrevier – und dort bellen zurzeit alle.
