Orlando magic: superstar-duo am scheideweg – titelträume zerplatzen?
Die Orlando Magic haben eine Saison hinter sich, die mehr Fragen aufwirft als Antworten liefert. Nach einer vielversprechenden regulärenSaison und einer Führung in der ersten Playoff-Runde gegen die Detroit Pistons scheiterten sie bitter. Ein Hauptgrund: Die verletzungsbedingte Abwesenheit des aufstrebenden Superstar-Duos Franz Wagner und Paolo Banchero.
Die verpassten gelegenheiten
Die Erwartungen an Wagner und Banchero waren hoch. Beide galten als die Eckpfeiler einer neuen Ära in Orlando, als das Duo, das den Team zum Titel führen sollte. Doch die Realität sieht düsterer aus. In den letzten beiden Hauptrunden standen sie lediglich in 64 von 164 möglichen Spielen gemeinsam auf dem Feld – eine erschreckende Bilanz, die die Entwicklung des Teams massiv behindert hat.
Wagners Wadenblessure in den Playoffs war nur die jüngste Enttäuschung in einer Seuchensaison, in der er nur 34 seiner 82 regulären Saisonsspiele bestreiten konnte. Auch Banchero hadert mit den ständigen Verletzungen. „Wir haben definitiv noch bei Weitem nicht unser gemeinsames Potenzial ausgeschöpft“, betonte Banchero gegenüber Sport BILD. „Da haben wir bisher nur an der Oberfläche gekratzt.“

Die finanzielle fessel
Das größte Problem der Magic ist jedoch nicht nur die sportliche Misere, sondern auch die finanzielle. Der Kader ist mit Mega-Verträgen vollgepackt, was den Spielraum für neue Spieler unter der Gehaltsobergrenze drastisch reduziert. Wagner wird 2026/27 stolze 35,6 Millionen Euro kassieren, Banchero liegt dann bei rund 35,1 Millionen. Desmond Bane (33,6 Millionen) und Jalen Suggs (27,6 Millionen) tragen ebenfalls erheblich zur Belastung bei. Die Summe der Gehälter dieser vier Spieler beläuft sich bereits auf 131,9 Millionen Dollar – fast an der Obergrenze von 140,5 Millionen. Mit den laufenden Verträgen, inklusive Tristan da Silva (3,4 Millionen), steigen die Gesamtkosten sogar auf 184,7 Millionen Dollar.
Die Folge: Orlando kann zwar dank Ausnahmeregelungen die Gehaltsobergrenze überschreiten, verliert dafür aber die Möglichkeit, vertraglose Spieler mit lukrativen Angeboten zu verpflichten. Ein Tauschgeschäft scheint die einzige Option zu sein, um den Kader zu verschlanken.
Moritz wagner im fokus?
Ein Kandidat für einen möglichen Tausch könnte Center Moritz Wagner (29) sein. Sein Vertrag läuft aus, und in der Schlussphase der Saison wurde er von Trainer Jamahl Mosley (der inzwischen entlassen wurde) kaum noch eingesetzt. Aktuell verdient Wagner 4,26 Millionen Euro. In einer ZDF-Dokumentation offenbarte er, dass ihm der mit dem Gehalt verbundene Status wichtig ist – eine zusätzliche Herausforderung für die Management.
Die Magic stehen vor der Aufgabe, aus den vorhandenen Spielern das Maximum herauszuholen. Die Titelträume liegen in weiter Ferne, solange das Duo Wagner/Banchero nicht konstant auf dem Feld steht und die Dreierquote (aktuell lediglich 34,3 Prozent) nicht deutlich verbessert wird. Die nächste Saison wird zeigen, ob Orlando aus den Fehlern der Vergangenheit gelernt hat oder ob die Superstar-Hoffnungen weiterer Verletzungen zum Opfer fallen werden.
