Oranje landet gruppensieg, doch das achtelfinale droht mit marokko-falle

Holland lacht kurz, dann kommt die Ernüchterung. Ein 3:1 gegen Tunesien reicht zwar für Platz 1 in Gruppe F, doch der Preis ist ein Duell mit dem geheimen Turnierfavoriten Marokko am Dienstag, 3 Uhr deutscher Zeit, in Monterrey. Oranje hat gewonnen – und trotzdem das Nachsehen.

Die Zitterpartie begann erst nach>nach der Halbzeit. Japan legte gegen Schweden vor, Maeda traf zur Führung. Sekunden später verkürzte Tunesien gegen Holland auf 1:2. Plötzlich lag Japan dank besserer Tordifferenz vorn. Ein einziger Treffer hätte die Oranje-Elf vom Thron gestoßen. Die niederländische Bank schrie Anweisungen, die Stadioschreie überschlugen sich – und dann schlug das Pendel zurück.

Tore fallen im minutentakt

Holland erhöhte auf 3:1, fast im selben Atemzog egalisierte Elanga für Schweden. Japan musste wieder um Platz 2 zittern, weil ein weiterer Treffer der Schweden die Asiaten auf Rang 3 befördert hätte. Doch es blieb beim 1:1. Japan geht als Gruppenzweiter, Schweden rutscht als bester Dritter mit vier Punkten und ausgeglichenem Torverhältnis noch durch die Hintertür.

Auf der Tribüne in Dallas feierte Dirk Nowitzki mit Schweden-Trikot das Remis. Die Leinwand zeigt die 48-jährige Basketball-Legende, das Stadion tobt. Hintergrund: seine Frau Jessica stammt aus Schweden, sein Schwager Martin Olsson trug 56-mal die Blau-gelbe Nationalmannschaft. Nowitzki weiß, wie man Finals gewinnt – 2011 führte er die Dallas Mavericks zum NBA-Titel. Nun hofft er auf eine Schweden-Sensation.

Japan muss gegen brasilien ran

Japan muss gegen brasilien ran

Für Japan geht es am Montag, 19 Uhr in Houston, gegen Rekordweltmeister Brasilien. Schweden könnte sogar auf den deutschen Gegner treffen, falls das DFB-Team sich als Gruppenerster qualifiziert. Holland dagegen hat keine Zeit zum Durchatmen: Marokko wartet, und die Atlas-Löwen haben bislang jeden Gegner gebissen.

Die WM-Gruppenphase liefert das, was sie verspricht: Herzklopfen, Tabellenrechnerei und ein Nowitzki-Cameo als Sahnehäubchen. Wer jetzt noch denkt, Gruppensiege seien Käsefußball, hat die letzten 90 Minuten verschlafen.