Beiranvand: vom nomadenjungen zum wm-helden – eine unglaubliche geschichte!
Alireza Beiranvand hat nicht nur beim Unentschieden gegen Belgien (0:0) die iranische WM-Hoffnung am Leben erhalten, sondern auch eine Geschichte von unvorstellbarer Härte und unbändigem Willen geschrieben. Der 33-jährige Torwart, der mit sieben Paraden glänzte und zum Spieler des Spiels gewählt wurde, ist ein Beweis dafür, dass Träume auch unter den widrigsten Umständen wahr werden können.
Ein leben zwischen obdachlosigkeit und schafherde
Beiranvands Weg ins Rampenlicht ist alles andere als geradlinig. Geboren in einer Nomadenfamilie, in der Arbeit und Überleben oberste Priorität hatten, sollte der Fußball für ihn keine Rolle spielen. Sein Vater Morteza verlangte strenge Arbeitsmoral und scheute nicht davor zurück, den jungen Alireza zu bestrafen, indem er ihm sogar Kleidung und Handschuhe wegnahm. Anstelle eines Fußballs wurde mit Steinen auf dem Acker trainiert - bis er beschloss, sein Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.
Mit nur 14 Jahren verließ Beiranvand seine Familie und wanderte nach Teheran aus, getrieben von dem Traum, Fußballprofi zu werden. Doch statt Ruhm und Ehre erwarteten ihn Obdachlosigkeit und ein harter Kampf ums Überleben. Er schlug sich mit Gelegenheitsjobs durch, arbeitete in einer Näherei, als Pizzabäcker und Fabrikarbeiter. Er schlief direkt neben dem Azadi-Stadion und kannte die Obdachlosen vor Ort beim Namen.

Von der autowäsche zur internationalen bühne
Ein Schlüsselmoment in seiner Karriere war die Begegnung mit Ali Daei, der iranischen Fußballlegende. Beiranvand hatte die Ehre, dessen Wagen zu waschen, doch aus Scham wagte er es nicht, um Rat zu bitten. Doch der junge Mann gab nicht auf.
Nach einigen Startschwierigkeiten, unter anderem eine Entlassung bei Naft Teheran, gelang ihm schließlich der Durchbruch beim FC Persepolis, wo er sich als einer der besten Torhüter Irans etablierte. Seine außergewöhnlichen Abwürfe machten ihn international bekannt, und er sammelte wertvolle Erfahrungen in Belgien und Portugal.
Bei der WM 2018 parierte er bereits einen Elfmeter von Cristiano Ronaldo und trotzte Portugal ein Unentschieden. Doch auch die politischen Umstände in seinem Heimatland beeinflussen das Leben des Nationaltorwarts und seiner Mannschaft. Der Festnahme des ehemaligen Nationalkeepers Rashid Mazaheri, der versucht hatte, den Iran zu verlassen, ist hier ein trauriges Beispiel.

Die wm als chance und symbol
Jetzt winkt dem Iran die Chance, erstmals in die K.o.-Runde der WM einzuziehen. Nach zwei Unentschieden gegen Belgien und Neuseeland ist die Ausgangslage in der Gruppe G vielversprechend. Ein Sieg gegen Ägypten am Samstag würde den Einzug ins Sechszehntelfinale besiegeln.
Alireza Beiranvand ist mehr als nur ein Torwart; er ist ein Symbol für die Hoffnung und den unbändigen Willen eines ganzen Volkes. Sein Leben ist ein Beweis dafür, dass man auch aus den größten Widrigkeiten aufsteigen kann und seine Träume verwirklichen kann. Sein Vertrag läuft aus, aber seine Leistung auf dem Platz wird ihm mit Sicherheit neue Türen öffnen.
