Oranje erobert heerenveen: kok und de boo krönen sich, deutschland schaut wieder zu
Die Niederlande haben Heerenveen in eine Oranje-Welle getaucht. Femke Kok flog mit vier Bestzeiten zur Sprint-Weltmeisterschaft, Jenning de Boo schob sich nach Silikon-Olympia endlich auf Gold. Deutschland? Nur ein Statist. Zweimal 14. und eine Disqualifikation – das wars.
Im Thialf, wo sonst schon die Bahnseite quietschen würde, wenn ein Deutscher vorbeisaust, fehlten diesmal selbst die eigenen Fans. Anna Ostlender rutschte als Zwölfte vom ersten auf den 14. Rang zurück, Katja Franzen landete auf 22. Hendrik Dombek wurde 18., Moritz Klein durfte nach Fehlstart und anschließender Strafe gar nicht mehr auf die Bahn. Die Zahlen schreien: Kein einziger Lauf unter die Top Ten.
Kok dominiert wie eine maschine – und lacht dabei
Femke Kok brauchte 36,76 s über 500 m und 1:13,38 min über 1000 m – beide Zeiten hätten an jedem anderen Tag auch Weltrekordbedrohung bedeutet. Die 23-Jährige summte sich durchs Ziel, als wäre es ein Trainingstag. Hinter ihr Suzanne Schulting und Marrit Fledderus – komplett niederländisches Podest. Olympiasiegerin Jutta Leerdam saß im Mixed-Zone-Bereich, kommentierte statt zu rennen. Die Frage war nur: Wer holt Silber, wer Bronze? Gold war vergeben, schon nach dem ersten Tag.
Bei den Männern lieferte sich Jenning de Boo ein Kopf-an-Kopf-Duell mit Jordan Stolz. Der US-Doppel-Olympiasieger schlug nur den letzten 1000-m-Lauf, reichte nicht mehr zum Gesamtsieg. De Boo: „Ich wollte endlich diese Gold-Krone, Silber reicht mir nicht mehr.“ Mit 134,670 Punkten klappte es – Oranje pur. Bronze ging an Chinas Ning Zhongyan, der in Mailand noch 1500-m-Olympiasieger war.

Maly und petzold: protest statt start
Kein deutscher Medienrummel, dafür ein offener Brief. Felix Maly verzichtet auf die Allround-WM am Wochenende – aus Solidarität mit Fridtjof Petzold. Der Verband hatte Petzold nach Olympia scharf kritisiert und mit Startverbot plus Status-Streichung belegt. Maly: „Wenn man Kritik mit Sanktionen quittet, fehlt die Luft für Leistung.“ Die beiden Langstreckler waren in Mailan Deutschts beste Männer, jetzt sitzen sie zuhause und schicken Statements statt Eissplitter.
Die Bilanz des deutschen Eisschnelllaufs nach Milan und Heerenveen: Null Podeste, null Top-Ten, zwei verletzte Sprinter, ein Protestpaar. Die nächste Chance? April-Weltcup in Calgary – wenn die Bahn kalt und die Köpfe heiß sind. Die Niederlande hingegen feiern bis Sonntag weiter, dann geht’s mit der Allround-WM um die nächsten Oranjeflaggen. Deutschland kann nur zuschauen – und rechnen.
