Eisbären kämpfen sich durch nürnberger chaos zum sieg

Fünf Tore, vier Gegentreffer, eine Schlussphase zum Haare raufen – und am Ende drei Punkte für Berlin. Die Eisbären Berlin haben sich am Freitagabend bei den Nürnberg Ice Tigers mit 5:4 durchgesetzt und damit den sechsten Tabellenplatz in der Deutschen Eishockey Liga übernommen. Die Fischtown Pinguins Bremerhaven müssen vorerst eine Position nach unten rücken.

Ein drittel schweigen, dann bricht alles los

Das erste Drittel in der ausverkauften Nürnberger Arena vor 7.672 Zuschauern war ein kollektives Abtasten. Keine Tore, kaum Präzision, viel Lärm ohne Ergebnis. Erst nach der Pause kam das Spiel richtig in Fahrt – und wie. Marcel Noebels traf in der 23. Minute zur Führung, Evan Barratt antwortete umgehend für die Hausherren. Dann aber zogen die Berliner das Tempo an: Jean-Sébastien Dea in der 26., Yannick Veilleux im Powerplay in der 29. Minute – plötzlich stand es 3:1 für die Hauptstädter.

Doch dann leisteten sich die Eisbären einen Fehler nach dem anderen. Zeitstrafe um Zeitstrafe. Cole Maier nutzte eine Überzahlsituation gnadenlos aus und verkürzte noch vor dem Ende des Mitteldrittels auf 3:2. Berlin hatte das Spiel beinahe selbst wieder offen gemacht.

Schlussphase ohne nerven – fast

Schlussphase ohne nerven – fast

Eric Hördler brachte in der 52. Minute wieder etwas Luft. Vier Tore für Berlin, scheinbar genug Polster. Doch Nürnberg ließ nicht locker. Julius Karrer traf in der 57. Minute zum 4:3, und die Arena erwachte nochmals. Was folgte, war eine Schlussphase, die man sich als neutraler Zuschauer wünscht und als Berliner Fan verflucht.

Liam Kirk stellte in der 58. Minute auf 5:3 – Entwarnung? Nicht ganz. Thomas Heigl traf in Unterzahl in der 59. Minute zum 5:4-Endstand. Ein Treffer, der nichts mehr am Ergebnis änderte, aber noch einmal deutlich machte: Diese Nürnberger gaben bis zur letzten Sekunde nicht auf. Berlin hat gewonnen. Aber leicht war das nicht.

Der deutsche Meister hat nun die Ausgangslage für die direkte Viertelfinale-Qualifikation verbessert. In einer Liga, in der die Abstände im Tabellenmittelfeld so eng sind wie selten, zählt jeder dieser drei Punkte doppelt.