Olympische esport-träume platzen? ioc stoppt kommission!
Ein Schock für die Gaming-Welt: Laut einem Bericht der japanischen Nachrichtenagentur Kyodo News soll das Internationale Olympische Komitee (IOC) seine eSport-Kommission ausgesetzt haben. Damit scheint die ambitionierte Idee olympischer eSport-Spiele, die für 2027 geplant waren, endgültig vom Tisch zu sein. Nach bereits verschobenen Terminen und dem gescheiterten Deal mit Saudi-Arabien ist dies ein weiterer herber Rückschlag für den Vorstoß des IOC in die digitale Sportlandschaft.

Die strategie-kehrtwende unter coventry
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte kurz nach ihrem Amtsantritt im Juni 2025 eine Phase des „Innehaltens und Nachdenkens“ ausgerufen. Diese Reflexionszeit scheint nun ihre ersten Konsequenzen zu haben – und die Aussetzung der eSport-Kommission ist dabei die sichtbarste. Bisher haben weder das IOC selbst, der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) noch der eSport-Bund Deutschland (ESBD) die Meldung offiziell bestätigt, doch die Aufregung in der Szene ist bereits spürbar.
Niklas Timmermann, ehemaliger Vizepräsident und Mitgründer des ESBD, äußerte sich auf LinkedIn deutlich kritisch. Er warf Ex-IOC-Präsident Thomas Bach vor, eSport „nie verstanden“ zu haben und lediglich versucht zu haben, ihn zu kontrollieren. „Statt die Kultur zu verstehen, statt zuzuhören, was Millionen von Spielern weltweit antreibt, hat er versucht, der eSport-Welt seine kulturellen Vorstellungen aufzuzwingen“, so Timmermann. Er betont, dass der eSport die Olympischen Spiele ohnehin nicht benötigt und die Frage immer andersrum gestellt werden sollte.
Die ursprüngliche Motivation des IOC, mit eSport eine jüngere Zielgruppe zu erschließen, scheint damit ebenfalls an Bedeutung verloren zu haben. Mit dem neuen Esports Nations Cup, der im November Premiere feiert, oder den Asian Games gibt es bereits etablierte Formate im kompetitiven Gaming-Ökosystem, die ihren Zweck erfüllen. Die „Killerspiel“-Debatte, die immer wieder für Kontroversen sorgte, dürfte ebenfalls eine Rolle bei der Entscheidung des IOC gespielt haben. Die Diskrepanz zwischen den traditionellen Werten des Olympismus und der oft kontroversen Welt der Videospiele erwies sich als unüberwindbare Hürde.
Die Aussetzung der eSport-Kommission ist somit nicht nur ein Zeichen des Scheiterns eines ambitionierten Projekts, sondern auch ein Spiegelbild der anhaltenden Schwierigkeiten, die digitale Sportarten in den Mainstream zu integrieren. Die Gaming-Industrie wird sich nun fragen müssen, wie sie den Weg für ihre eigenen Wettbewerbe ebnet, ohne auf die prestigeträchtige Unterstützung der Olympischen Bewegung angewiesen zu sein. Die Summe der Rückschläge lässt wenig Hoffnung auf eine baldige Wiederaufnahme der Bemühungen zur Integration von eSport in das olympische Programm zu.