Olympia-silberheld krupp stürmt zu den löwen: frankfurt schnappt sich del-routinier

Björn Krupp wechselt nach 500 DEL-Einsätzen für die Grizzlys Wolfsburg zu den Löwen Frankfurt. Der 35-jährige Olympia-Zweite unterschreibt bis 2028 beim Tabellenvorletzten und wird zur ersten Personalie des Umbruchs.

Der sohn macht’s vor – und jetzt macht er’s noch mal

Der sohn macht’s vor – und jetzt macht er’s noch mal

Sein Vater Uwe führte Deutschland 2018 in Pyeongchang zu Gold, der Sohn holte Silber. Nun zieht Björn Krupp weiter. Nach zwölf Jahren Wolfsburg, nach 518 Partien, nach Play-off-Herbst und Winter-Frust. Frankfurt bietet ihm das, was Wolfsburg nicht mehr konnte: eine neue Heimat, 14 000 Fäuste in der Arena am Bornheimer Hang und die Chance, einen Abstiegskandidaten wieder zu bäumen.

Die Löwen bestätigten den Transfer am Donnerstagvormittag. Krupp unterschreibt zwei Jahre, holt 1,90 m und 97 Kilo Erfahrung an den Main. „Ein Kultverein“, sagt er, „mit der wohl lautesten Kulisse der Liga.“ Für Manager Stefan Ustorf ist Krupp „die erste Antwort“ auf die desaströse Saison, die mit 13 Siegen aus 52 Spielen endete und die Vor-Play-offs zur Utopie werden ließ.

Doch die Personalie hat ein Gesicht. Krupp spielte in Wolfsburg seine komplette Profilaufbahn. 2010 kam er aus Mannheim, wurde Assistent, Blockschuss- Spezialist, Stammkraft. 54 Play-off-Partien, zwei Finalteilnahmen, 2017 der Meistertitel. Dann die Ernüchterung: zwei Jahre ohne Finals, diesen Frühling schon im März Feierabend. Frankfurt lockte, er sagte zu. „Ich will wieder Spiele mit Bedeutung“, sagt er, „und die bekomme ich hier garantiert.“

Die Löwen planen radikal um. Neben Krupp sollen zwei weitere Top-Verteidiger folgen, ein neuer Torhüter ist schon in Troisdorf im Gespräch. Die Arena soll auf 15 000 Plätze erweitert werden, Sponsoren zeigen sich trotz des Tabellenendes weiter zahlungswillig. Die Message: Frankfurt will nicht nur überleben, sondern 2027 den Play-off-Einzug feiern. Krupp soll Kapitän werden, die Kabine führen, die Jungs schützen. Ein Job, den er schon in der Nationalmannschaft erprobte.

Für Wolfsburg beginnt die Post-Krupp-Ära. Sportdirektor Jari Pasanen spricht von „einem Schnitt, der weh tut“. Die Grizzlys verlieren ihren Mr. Reliable, verlieren Stimme, Abschlagsstärke, Charisma. Ersatz steht nicht parat. Interne Lösungen sollen reifen, doch der Kader wird jünger, unerfahrener, verwundbarer. Die Fans forschen nach Sündenböcken. Die Antwort lautet: Abgang hin, Abgang her – der Kader muss neu konstruiert werden.

Krupp selbst packt schon die Koffer. Am Montag landet er in Frankfurt, am Dienstag Medizincheck, am Mittwoch das erste Training mit neuen Teamkameraden. Die Nummer 44, die er in Wolfsburg trug, ist in Frankfurt vergeben. Er kriegt die 4. „Ein Neuanfang in jeder Hinsicht“, sagt er und lacht. Die Mission ist klar: Frankfurt aus der Bedeutungslosigkeit befreien. Und vielleicht, so seine leise Hoffnung, noch einmal Olympia 2026. Dafür muss er spielen – und das wird er in Frankfurt tun. Die Uhr läuft, die Löwen brüllen, die DEL schaut genau hin.