Olympiasieber jan hörl wirft hin – rücken rebellionieren gegen olympia-form

Jan Hörl geht nicht mehr über die Schanze. Der Doppel-Olympiasieger beendet die Skisprung-Saison mit sofortiger Wirkung, weil sein Rücken seit Wochen lauter schreit als das Publikum in Planica.

Die belastung frisst den helden

Der 27-jährige Steirer verzichtet auf die letzten drei Weltcup-Stationen in Oslo, Vikersund und der Schluss-Show in Planica. „Die Rückenbeschwerden begleiten mich jetzt schon zu lange. Mein Fokus ist deshalb, meine Gesundheit therapeutisch langfristig in den Griff zu bekommen“, erklärt Hörl in einem Statement des Österreichischen Skiverbands. Die Worte klingen nüchtern, die Botschaft ist hart: Der Mann, der vor zwei Monaten noch mit Stephan Embacher Gold im Super-Team holte und am vergangenen Wochenende in Lahti mit Daniel Tschofenig den Team-Sieg feierte, muss passen.

Die Zahlen lügen nicht: Seit Anfang Januar war Hörl nur noch vier Mal in die Top-15 geflogen, in der Gesamtwertung sackte er trotz seines zweiten Platzes der letzten beiden Vierschanzentournees auf Rang acht ab. Ein Körper, der einst wie ein geschmeidiger Bogen durch die Lüfte schwang, meldet sich jetzt mit Schmerzpunkten statt Punkten.

Die saison endet mit einem stich in die magengrube

Die saison endet mit einem stich in die magengrube

Für die ÖSV-Bosse ist der Ausfall ein Dämpfer. Hörl galt als heimlicher Anführer nach dem Karriereende von Stefan Kraft und der Verletzungsserie von Manuel Fettner. Jetzt rücken Tschofenig und Embacher in die vorderste Front, müssen ohne ihren Routinier auskommen. Die nächsten Wochen werden zeigen, ob das Team die Lücke füllt oder ob die Konkurrenz aus Norwegen, Slowenien und Deutschland die Chance nutzt, sich vor der WM in Trondheim schon mal psychologisch zu positionieren.

Hörl selbst will sich in den kommenden Tagen einer intensiven Therapie unterziehen. Der Plan: Statt Schanzen-Anlauf erst mal Reha-Lauf. Die Saison ist vorbei, der Kampf gegen den eigenen Körper beginnt. Wenn er zurückkommt, muss er nicht nur die Anlaufgeschwindigkeit, sondern auch das Vertrauen in seinen Rücken wieder finden. Die Zeit arbeitet gegen ihn – und die Konkurrenz wartet nicht.