Olympia-gold trotz eklat: fournier beaudry und cizeron krönen sich zum skaterpaar des jahres
Die ISU Awards 2026 sind Geschichte – und hinterlassen einen Beigeschmack. Laurence Fournier Beaudry und Guillaume Cizeron räumten die Trophäe als „Skater des Jahres“ ab, obwohl ihre Gold-Saison von Protesten und Kampfrichter-Kritik begleitet war. Die Jury adelte das kanadisch-französische Dreamteam für Olympia- und WM-Triumphe, doch genau diese Entscheidung spaltet die Eiskunstlauf-Welt.
Warum die wahl auf kritik stößt
Bei den Spielen in Milano hatten sich mehrere Verbände beschwert: Die Technische Note der Tänzer sei aufpoliert worden, die Komponentenwertung üppiger als bei Konkurrenten. Auch in Boston debütierte das Duo mit Weltrekord, doch die Präsentation wirkte bei einigen Kollegen wie ein Schlag ins Gesicht. „Wir haben die Saison unseres Lebens gemacht, Zahlen sprechen für sich“, sagte Cizeron nach der Gala – und verwies schulterzuckend auf 212,28 Punkte Weltbestleistung.
Die britische Delegation legte nach der WM-Kür Einspruch ein, weil Lilah Fear und Lewis Gibson wegen einer harten Strafe auf Rang vier fielen. Der Antrag wurde abgewiesen, doch die Diskussion um Wertungsstandards bleibt. „Wenn Gold so klar riecht, warum stinkt es dann nach Zündstoff?“, fragte ein europäischer Bundestrainer anonym.

Malinins kostüm und kagiyamas leichtigkeit
Neben dem Eklat gab es strahlende Momente. Ilia Malinin gewann die Kategorie „bestes Outfit“. Das futuristische Design von Satomi Ito erinnert an zerstörte Eisflächen und passt zu seinem Quad-Axel-Image. Yuma Kagiyama sicherte sich den Preis für das „unterhaltsamste Programm“. Seine Interpretation von Stevie Wonders „I Wish“ verbindet Quad-Lutz mit scheinbarer Luftigkeit. „Ich wollte zeigen, dass Technik tanzen kann“, sagte der 22-Jährige bescheiden.
Deutschland blieb erneut ohne Kurzlistenplatz. Minerva Fabienne Hase und Nikita Volodin galten als Favoriten auf ein Kostüm-Ticket, scheiterten aber an der Fan-Abstimmung. Gleiches traf Annika Hocke und Robert Kunkel in der Entertainment-Kategorie. Dabei hatten die Berliner mit ihrer Disco-Medley-Kür Gesellschaftskritik und Quads verbunden.

Richauds dorf-story und nakais durchbruch
Benoit Richaud wurde zum zweiten Mal als bester Choreograf geehrt. Der Franzose trainiert neben Hase/Volodin auch Olympiasiegerin Kaori Sakamoto und erzählte, wie er aus einem Rugby-Dorf stammt: „Keine Eisbahn, kein Klub, nur ein innerer Kompass.“ Seine Arbeitsmethode: Musik zuerst analysieren, dann Emotion skizzieren, zuletzt die Athleten fragen, „was sie nachts wach macht“.
Als Newcomer des Jahres feierte Ami Nakai ihren Durchbruch. Mit 17 Olympia-Bronze und Grand-Prix-Sieg – die Nagoyaerin liefert den japanischen Nachwuchs-Boom fort. „Nächste Saison will ich das Quad-Flip fliegen sehen“, kündigte sie an. Ihr Coach Phillip DiGuglielmo gewann parallel die Trainer-Auszeichnung, nachdem er Alysa Liu zurück an die Spitze geführt hatte.
Die Zahlen der Gala: 3,2 Millionen Online-Stimmen, 47 Länder, ein Dutzend Proteste – und ein goldener Pokal, der nicht glänzen will, weil Flecken von Wut und Staunen sich darauf abwechseln.
