Olympiade: athleten kassieren rekord-prämie – übertrifft wimbledon!
Losanna – Ein Erdbeben in der Welt des Sports: Die Olympischen Spiele werden zum lukrativsten Event für Athleten überhaupt. Ab 2026, beginnend mit den Spielen in Mailand-Cortina, erhalten alle teilnehmenden Sportlerinnen und Sportler eine Einmalzahlung von 10.000 US-Dollar – das sind rund 9.000 Euro. Der ehemalige NBA-Star und IOC-Athletenkommissions-Vorsitzende Pau Gasol verkündete diese bahnbrechende Entscheidung im Rahmen des 146. IOC-Kongresses.

Ein meilenstein für die athleten
Dieser Schritt markiert eine Zäsur in der Geschichte des Internationalen Olympischen Komitees. Bisher galt das IOC als Verfechter des Amateursports und gewährte Athleten keine direkten finanziellen Anreize. Die neue Initiative, offiziell als “Fit for the Future Olympic Grant” bezeichnet, soll nun allen teilnehmenden Sportlern zugute kommen, unabhängig von ihren Erfolgen. Gasol betonte, es handele sich nicht um Geldpreise, sondern um eine Anerkennung und Unterstützung für die enormen Anstrengungen, die ein Olympiateilnehmer auf sich nimmt.
Die Summe ist insbesondere für Athleten aus kleineren Nationen und weniger finanzstarken Sportarten von immenser Bedeutung. Während die Topstars diese Zahlung möglicherweise als geringfügig empfinden mögen, kann sie für viele andere den Unterschied ausmachen, um ihre Karriere zu finanzieren oder sich nach dem aktiven Sport neu zu orientieren. Die Gesamtkosten für diese Initiative werden auf über 100 Millionen US-Dollar pro Olympische Sommerspiel geschätzt, da über 10.000 Athleten teilnehmen.
Zum Vergleich:Wimbledon wird in diesem Jahr mit einem Gesamtpreisgeld von 85 Millionen US-Dollar ausgetragen, die US Open mit 90 Millionen US-Dollar. Das IOC hat dafür einen Fonds von 140 Millionen US-Dollar pro Spiele geschaffen.
Die Entscheidung ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass das IOC in der Vergangenheit Kritik geäußert hat, als die Leichtathletik-Föderation ankündigte, ab Paris 2024 Medaillenpreise für die Top-Drei jeder Disziplin einzuführen. Nun geht das IOC selbst einen ähnlichen Weg, wenn auch auf breiterer Basis.
Es ist eine historische Wende, da erstmals in 132 Jahren die Einnahmen aus den Olympischen Spielen direkt mit den Athleten geteilt werden. Gasol argumentierte, dass diese Maßnahme die Hingabe und den Einsatz der Sportler würdige und ihnen zudem den Übergang in neue berufliche Lebensphasen erleichtere. Voraussetzung für den Erhalt des Zuschusses ist, dass die Athleten keine Dopingverstöße begangen, den IOC-Ethikkodex eingehalten und die Teilnahmebedingungen respektiert haben.
Die Anträge für Mailand-Cortina 2026 sollen bis Ende dieses Jahres eingereicht werden können, die ersten Auszahlungen sind für 2027 geplant. Die Frage, ob diese Maßnahme tatsächlich zu einer langfristigen Verbesserung der Lebensbedingungen und Karrierechancen der Athleten führen wird, bleibt abzuwarten. Doch eines ist klar: Der Olympismus erlebt eine Zeitenwende.
