Olympia-aus für nordische kombination? dsv bangt um die zukunft
Die Nordische Kombination steht am Abgrund. Nach 102 Jahren Olympia-Dasein droht der Sportart die Streichung – und der Deutsche Skiverband (DSV) schaut in die Röhre.

Dsv-sportdirektor hüttel: „wir haben alles gegeben, jetzt liegt es beim ioc“
Horst Hüttel atmet tief durch. Zwei Tage nach dem Saisonende sagt er, was niemand aussprechen will: „Diese Entscheidung ist existenziell.“ Im Mai oder Juni fällt das IOC-Urteil – entwter die Kombination bleibt mit Frauen im Programm oder sie verschwindet komplett. Kein Mittelweg, kein Aufschub.
Der DSV-Sportdirektor zieht die Bilanz: Rekordquoten in Japan, neue Formate wie Single Mixed, 19 Weltcuporte – Zahlen, die für sich sprechen. „Wir haben uns von der besten Seite gezeigt“, sagt er. Doch er weiß: Argumente allein reichen nicht. Das IOC entscheidet nach TV-Markt, Social-Media-Performance und Jugend-Appeal. Dort hat die Kombination Lücken.
Die Athleten lieferten sportlich ab: Nathalie Armbruster wurde Vierte im Gesamtweltcup, Julian Schmid Fünfter. Doch Olympia? Keine Medaille. „Das war der saisondefinierte Höhepunkt – und wir sind leer ausgegangen“, sagt Hüttel. Die Enttäuschung sitzt tief. Ohne Olympia-Medaille wird es schwer, Lobbyisten in Lausanne zu überzeugen.
Im DSV-Büro hängt seit Monaten ein Countdown. Jeder Tag zählt. Mitarbeiter arbeiten mit angezogener Handbremse, Sponsoren verlangen Szenarien. „Die Unsicherheit frisst Energie“, sagt Hüttel. Ein ganze Sportart wartet auf ein Fax aus der Schweiz – und auf ein kleines Wunder.
Wenn das IOC Nein sagt, fallen 80 Jahre deutsche Erfahrung, 12 Olympia-Medaillen und ein ganzer Nachwuchsverbund in sich zusammen. Dann bleibt von der Nordischen Kombination nur noch ein Eintrag in den Geschichtsbüchern – und vielleicht ein paar verrostete Ski in der Garage von Johannes Rydzek.
