Olympia-aus für bob, rodeln und skeleton? experten ordnen die gerüchte ein
- Droht das aus für eiskanal-sportarten bei olympia?
- Der bericht von duncan mackay und die reaktion des dosb
- Kosten, umwelt und nachhaltigkeit als gründe?
- Christoph langen: „für mich sind das nur gerüchte“
- Funktionär schwab: „kann die debatte nicht ganz verstehen“
- Nachhaltigkeit und konzepte für die zukunft
- Hackl: weniger startplätze und ungleichgewicht
- Olympia-aus? „wäre dramatisch“
Droht das aus für eiskanal-sportarten bei olympia?
Gerüchte über ein mögliches Ausscheiden von Bob, Rodeln und Skeleton aus dem olympischen Programm machen die Runde. Mehrere Experten des Eiskanalsports haben sich bei SPORT1 zu den Spekulationen geäußert und die möglichen Konsequenzen für die Sportarten beleuchtet. Steht Deutschland womöglich ein Verlust bedeutender Medaillenchancen bevor?

Der bericht von duncan mackay und die reaktion des dosb
Laut einem Bericht des renommierten Insiders Duncan Mackay in seinen „Zeus Files“ könnten Bob, Rodeln und Skeleton im Zuge einer Neuordnung des olympischen Programms gestrichen werden. Die deutschen Schlittensportler hatten bei der Weltmeisterschaft in Cortina d’Ampezzo beeindruckende 19 von 26 Medaillen gewonnen, darunter sechs von acht Goldmedaillen. „Das sind keine Nachrichten, die einen beruhigt schlafen lassen“, kommentierte Rodel-Legende Georg Hackl gegenüber SPORT1.
Kosten, umwelt und nachhaltigkeit als gründe?
Als Grund für die Überlegungen wird das vermeintlich schlechte Abschneiden der Sportarten in Bezug auf Kosten, Umwelt und Nachhaltigkeit genannt. Hackl bleibt jedoch für die kommenden Olympischen Spiele in Frankreich und Salt Lake City optimistisch, da dort bereits Eiskanäle vorhanden sind: „Danach steht das alles in den Sternen.“
Christoph langen: „für mich sind das nur gerüchte“
Christoph Langen, Bob-Legende und Olympiasieger, sieht die Berichte deutlich entspannter. „Für mich sind das nur Gerüchte. Ich mache mir deshalb weniger Sorgen und gehe davon aus, dass ich 2030 auf jeden Fall an der Bahn in Frankreich stehe“, so Langen bei SPORT1. Auch Thomas Schwab, Vorstandsvorsitzender des Bob- und Schlittenverband für Deutschland (BSD), äußerte sich gelassen, betonte aber, dass die Debatte konstruktiv geführt werden müsse.
Funktionär schwab: „kann die debatte nicht ganz verstehen“
Schwab zeigte sich irritiert über die Diskussion: „Zum einen zählen die Disziplinen zu den Olympischen Kernsportarten, zum anderen haben wir im Bob, Rodel und Skeleton die beste olympische Nachnutzung aller Wintersportarten.“ Er verwies auf bestehende Bahnen in Salt Lake City, Whistler, Korea, China und Albertville. „Ich wage zu bezweifeln, ob überall noch Biathlon-Weltcups stattfinden, Ski gesprungen wird oder Ski gefahren wird“, fügte er hinzu.
Nachhaltigkeit und konzepte für die zukunft
Der BSD arbeitet an Konzepten zur Verbesserung der Nachhaltigkeit, darunter die Messung des CO₂-Fußabdrucks während der gesamten Saison und die Anpassung des Weltcup-Kalenders an die jeweiligen Bedingungen. Auch der Bau von Eisbahnen ausschließlich aus Schnee, wie in St. Moritz, wird in Erwägung gezogen. Langen betonte, dass deutsche Bobbahnen bereits einen Großteil ihres Stroms aus erneuerbaren Quellen beziehen.
Hackl: weniger startplätze und ungleichgewicht
Georg Hackl sieht ein anderes Problem: die sinkende Anzahl an Startplätzen bei Olympia. Mit der Einführung des Damen-Doppelsitzers im Rodeln wurde die Gesamtzahl der Athleten nicht erhöht, was zu Lasten anderer Disziplinen geht. „Die Athleten, die Olympia bunt machen, beißen dadurch ins Gras“, kritisierte Hackl. Er betonte, dass kleinere Nationen darunter leiden und der olympische Traum für viele unerreichbar wird.
Olympia-aus? „wäre dramatisch“
Ein Ausscheiden aus dem olympischen Programm hätte gravierende Folgen. „Ohne Olympia würde es für die Sportart schwer werden. Dann wird es keine Fördergelder mehr geben, man wird keine Sponsoren mehr haben, es wird keine TV-Übertragung mehr geben und dann gehen eigentlich die Lichter aus“, mahnte Hackl. Schwab stimmte zu: „Das wäre natürlich dramatisch!“ Trotzdem blicken alle Beteiligten optimistisch in die Zukunft, da sie auf eine lange Tradition und gut ausgebaute Sportstätten verweisen können.
