Olympia im schatten des krieges: ukrainischer fahnenträger kritisiert russlands einfluss

Olympia im schatten des krieges: ukrainischer fahnenträger kritisiert russlands einfluss

Mailand/Cortina d’Ampezzo – Kurz vor Beginn der Olympischen Winterspiele äußert sich der ukrainische FahnenträgerWladyslaw Heraskewytsch besorgt über die Rolle Russlands im Weltsport. Er sieht eine zunehmende Einflussnahme und eine Normalisierung des Krieges gegen sein Land.

Wachsende sorge um die normalisierung

„Es ist wirklich traurig“, so Heraskewytsch gegenüber der Süddeutschen Zeitung. Er habe das Gefühl, dass sich das Internationale Olympische Komitee (IOC) und kleinere Verbände zunehmend dem Druck der russischen Seite beugen. Es gehe nicht um Kriterien oder die Sache selbst, sondern lediglich darum, Russland und seine Athleten wieder in den Sport zu integrieren. Russland ist aufgrund des Krieges in der Ukraine von den Spielen ausgeschlossen, jedoch dürfen 12 russische und 7 belarussische Athleten als neutrale Sportler teilnehmen.

Verlust der aufmerksamkeit für die ukraine

Verlust der aufmerksamkeit für die ukraine

Heraskewytsch beklagt, dass die Aufmerksamkeit für die Ukraine in den Hintergrund rückt. Vor vier Jahren, während der Olympischen Spiele in Peking, habe es kaum eine andere Nachricht gegeben als den Krieg in seinem Land. Nun sei das Thema oft weniger präsent. „Aber das Ausmaß wächst mit jedem Tag, allein mit den Drohnenattacken auf die Zivilbevölkerung“, betont er.

Russlands zunehmender einfluss

Russlands zunehmender einfluss

Der Skeleton-Pilot sieht einen wachsenden russischen Einfluss nicht nur im Sport, sondern auch in der Kultur und in politischen Debatten. Er beobachtet diese Entwicklung mit Argwohn. Heraskewytsch engagiert sich persönlich für seine Heimat, indem er über eine Stiftung Hilfsgüter bereitstellt.

Erinnerungen an peking 2022

Bei den Winterspielen 2022 hatte Heraskewytsch mit einer deutlichen Botschaft Aufsehen erregt. Er hielt ein Schild mit der Aufschrift „No War in Ukraine“ in die Kameras, um auf die russische Truppenkonzentration an der ukrainischen Grenze aufmerksam zu machen. Der russische Angriff erfolgte nur wenige Tage nach der Schlussfeier in Peking.

Gespräche mit dem ioc über politische botschaften

Im Vorfeld der Spiele in Norditalien hat das IOC ukrainische Funktionäre kontaktiert, um politische Botschaften zu thematisieren, die während Zeremonien, Wettkämpfen und im Olympischen Dorf unerwünscht sind. Heraskewytsch äußerte sich dazu zurückhaltend: „Ich will zu den Details nichts Näheres sagen.“ Er versicherte jedoch, dass man die Regeln des IOC nicht verletzen werde, aber sicherstellen wolle, dass die Welt von der Situation in der Ukraine erfahre.

Zusammenfassung der wichtigsten punkte

  • Russland ist von den Olympischen Spielen ausgeschlossen, aber neutrale Athleten dürfen teilnehmen.
  • Wladyslaw Heraskewytsch kritisiert die zunehmende Einflussnahme Russlands im Sport.
  • Die Aufmerksamkeit für die Ukraine scheint nachzulassen.
  • Das IOC hat Gespräche mit ukrainischen Funktionären über politische Botschaften geführt.