Olympia 2036: nrw-bürger stimmen überwiegend zu – herten verpasst quorum
Ein Aufatmen bei Hendrik Wüst: Die Bürgerbefragung in Nordrhein-Westfalen zur Olympia-Bewerbung 2036, 2040 oder 2044 hat eine deutliche Mehrheit für die Teilnahme ergeben. Rund 1,4 Millionen Menschen beteiligten sich in 17 Kommunen, wobei Köln mit einer Wahlbeteiligung von 40,5 Prozent die Nase vorn hatte. Doch nicht alles läuft nach Plan: Die Stadt Herten, vorgesehen für Mountainbike-Wettbewerbe, scheiterte am erforderlichen Quorum.
Die zahlen sprechen eine deutliche sprache
Die Vorfreude auf die Spiele ist spürbar. Wüst stützt sich auf aktuelle Umfragen, die eine Zustimmung von bis zu 60 Prozent in der Bevölkerung ausweisen. „Wir können davon ausgehen, dass die Menschen unserer Bewerbung ihre Stimme gegeben haben“, erklärte der Ministerpräsident zum Auftakt der Ergebnisveröffentlichung in Köln. Die Zahl von 60 Prozent würde die Zustimmung der Münchner Bürger im vergangenen Oktober (66,4 Prozent) übertreffen und ein starkes Signal an das Deutsche Olympische Sportbundes (DOSB) und das Internationale Olympische Komitee (IOC) senden.
Es bleibt jedoch spannend: Während einige Kommunen bereits Zwischenergebnisse bekanntgaben, die überwiegend positive Ergebnisse zeigen, müssen die Stimmen in Hamburg noch bis zum 31. Mai ausgezählt werden. Berlin, der vierte Interessent, verzichtet auf ein Bürgerreferendum.
Doch ein Stolperstein ist bereits deutlich erkennbar: In Herten, einer Stadt im Ruhrgebiet, konnte die notwendige Stimmenanzahl für die Austragung von Mountainbike-Wettbewerben nicht erreicht werden. Damit scheidet die Stadt aus dem Bewerbungsprozess aus. Ein Rückschlag, der die ohnehin komplizierte Planung erschwert.

Die entscheidung liegt noch nicht bei den bürgern
Die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger ist zwar ein wichtiges Kriterium für den DOSB bei der Bewertung der nationalen Kandidaten, die letztendliche Entscheidung fällt jedoch am 26. September in Baden-Baden. Dort werden die Delegierten, allen voran die olympischen Verbände, über den Bewerber für das IOC abstimmen. Die internationale Konkurrenz um Olympia ist groß, und die Weltlage erschwert die Sache zusätzlich. Die Vergabe der Spiele 2036 wird voraussichtlich nicht vor 2027 erfolgen.
Die Hürden sind hoch, aber die Chancen auf ein Olympia-Debüt in Köln/Rhein-Ruhr stehen gut. Ob die Euphorie der Bürgerinnen und Bürger bis zum finalen Beschluss in Baden-Baden anhält, bleibt abzuwarten. Ein Detail, das die Verantwortlichen im Auge behalten müssen.
