Olympia 2026: zwischen glamour, stau und wachsendem zweifel

Ein olympia der gegensätze: fazit aus mailand-cortina

Als Klaus Schäfer, leidenschaftlicher Sportexperte von TSV Pelkum Sportwelt, blicke ich zurück auf die 25. Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina. Es war ein Olympia, das schwer zu fassen ist, voller Kontraste und leider auch mit einigen Problemen. Ein klares Resümee zu ziehen, fällt mir schwer. Die Eindrücke sind schlichtweg zu unterschiedlich. Dennoch gab es auch Lichtblicke, allen voran die sympathische und allgegenwärtige Präsenz von Snoop Dogg.

Snoop dogg als maskottchen und das verblasste olympische feuer

Snoop dogg als maskottchen und das verblasste olympische feuer

Der US-Rapper, der seit Paris quasi als lebendes Olympia-Maskottchen fungiert, war auch in Italien ein treuer Fan. Er besuchte zahlreiche Wettkämpfe und sorgte für gute Stimmung. Aber was ist mit dem olympischen Geist? Dieser ging leider oft verloren, versandete zwischen weit auseinanderliegenden Wettkampfstätten, im Stau oder bei der vergeblichen Suche nach dem richtigen Shuttle-Bus. Manche Athleten beklagten ein schlichtweg fehlendes Olympia-Gefühl.

Stimmungslöcher und lichtblicke bei den wettkämpfen

Selbst im Biathlon-Mekka Antholz, wo die Stimmung eigentlich am besten war – trotz fehlender großer deutscher Erfolge – spürte man nicht die volle olympische Euphorie. Die Modemetropole Mailand schien von Olympia kaum berührt, während die Außenstationen Bormio, Livignio, Tesero und Predazzo teilweise trist und isoliert wirkten. Eine Ausnahme war der Eiskanal in Cortina, der trotz anfänglicher Kritik wegen der hohen Baukosten zum Publikumsmagneten wurde.

Curling als gewinner und die faszination der drohnenbilder

Curling darf sich definitiv als Gewinner dieser Spiele fühlen. Die Sportart zog insbesondere in Deutschland viele neue Fans in ihren Bann. Auch die Zuschauer vor den Fernsehern kamen in den Genuss von Olympia – nicht zuletzt dank der rasanten und beeindruckenden Kamerabilder, die von Drohnen produziert wurden. Die Stimmung an den Wettkampfstätten zog im Laufe der Spiele deutlich an.

Das ioc und die „sterile show“

Der Vorwurf des deutschen Slalomfahrers Linus Straßer, der eine „sterile Show“ beklagte, ist nicht neu. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) setzt weiterhin auf Glamour und versucht, alles auszublenden, was das Bild dieser heilen, glitzernden Welt stört. Wenn sich Sportler immer weniger mit Olympia identifizieren können, sich ausgegrenzt fühlen oder wie austauschbare Akteure in einer Reality-Show behandelt werden…

Die zukunft von olympia: ein gefährliches spiel

…wenn das wichtigste Sportereignis für die wahren Protagonisten an Reiz verliert und sie sogar überlegen, sich abzuwenden, dann ist Olympia irgendwann tot. Das IOC spielt mit dem Feuer! Es ist höchste Zeit, dass man sich Gedanken über die Zukunft der Spiele macht und den Fokus wieder auf die Athleten und den eigentlichen olympischen Geist legt. Sonst droht den Winterspielen ein ähnliches Schicksal wie den Sommerspielen in Tokio.

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