Olsbu röiseland kehrt zurück: norwegens biathlon-damen hoffen auf wende
Oslo – Ein Comeback der besonderen Art: Sverre Olsbu Röiseland, ehemaliger Bundestrainer, übernimmt das Ruder beim norwegischen Biathlon-Frauen-Team. Nach einer turbulenten Zeit für den DSV und persönlichen Herausforderungen für Röiseland selbst, wendet sich der Blick nun nach Norden – mit dem klaren Ziel, die glorreichen Tage des norwegischen Biathlons wiederzubeleben.
Die deutsche enttäuschung und röiselands weg zurück
Die Trennung von Sverre Olsbu Röiseland und Kristian Mehringer vom Deutschen Skiverband (DSV) erfolgte abrupt nach dem Weltcupfinale im März. Während Mehringer eine neue Position innerhalb des Verbandes findet, sucht das deutsche Team weiterhin nach einem neuen Trainer. Ein bitterer Abschied, der von einer beispiellosen Situation überschattet wurde: Röiseland selbst kämpfte kürzlich mit einer Hodenkrebs-Diagnose. Die Operation verlief glücklicherweise erfolgreich, und die Aussichten für die Zukunft sind vielversprechend.
Doch das ist nur ein Teil der Geschichte. Seine Frau, Marte Olsbu Röiseland, eine der erfolgreichsten Biathletinnen aller Zeiten, hatte im vergangenen Jahr nach 13 Weltmeistertiteln und drei olympischen Goldmedaillen ihre Karriere beendet. Die Familie erwartet im Herbst ihr zweites Kind, was Röiselands Entscheidung für die Rückkehr nach Norwegen zusätzlich verstärkt. Der Coach war zudem kurz nach den Winterspielen in Italien von der Krebsdiagnose geschockt worden – ein Schicksalsschlag, der ihn persönlich tiefgreifend berührte.

Blick nach vorne: heim-wm und olympische spiele
Gemeinsam mit Marthe Kristoffersen bildet Röiseland ab dem 1. Mai das neue Trainerduo in Norwegen. Der Fokus liegt klar auf der Vorbereitung zur Heim-Weltmeisterschaft 2029 am Holmenkollen und den Olympischen Winterspielen ein Jahr später in Frankreich. Die norwegischen Damen stehen unter großem Druck, die Dominanz vergangener Jahre wiederherzustellen. Der Abgang von Marte Olsbu Röiseland hinterließ eine deutliche Lücke im Team.
Die deutschen Skijägerinnen hatten unter der Führung von Röiseland und Mehringer zuletzt enttäuscht. Bei Olympia gab es weder in den Einzelwettbewerben noch mit den Staffeln eine Medaille. Franziska Preuß, die als Dritte in Tschechien den einzigen Podestplatz im Weltcup errang, beendete nach Olympia ihre Karriere. Eine würdige Nachfolgerin ist bislang nicht in Sicht. Die Entscheidung von Olsbu Röiseland, nach Norwegen zurückzukehren, könnte nun der entscheidende Impuls sein, um das norwegische Team wieder an die Weltspitze zu führen.
