Olise knackt 37 jahre alten bundesliga-rekord – und hat jetzt nur noch müller im visier
Michael Olise ist kein Flügelspieler mehr, er ist ein Katalysator. Mit der 22. Vorlage gegen Heidenheim zog der Franzose den bislang unantastbaren Rekord von Emil Forsberg (2016/17) gleich – und lässt die Frage aufkommen, ob die Bundesliga je wieder einen solchen Assistenten erlebt.
Warum olises zahlen forsberg alt aussehen lassen
Forsberg brauchte damals 34 Spieltage für seine 22 Vorlagen, Olise ist bei 28. Der Schwede lieferte neun Assists nach der Winterpause, der Bayern-Mann bereits 13 – und das, obwohl er sich zwischenzeitlich einen Muskelfaserriss zuzog. Die kicker-Datenredaktion hat drei Muster identifiziert, die den Unterschied erklären.
Erstens: Olise nimmt den Ball mit Tempo mit, spielt aber selten den Doppelpass. Stattdessen lockert er mit einer Hüftfinte den Außenverteidiger und donnert den Pass flach in die Mitte. 14 seiner 22 Vorlagen entstanden so, darunter die hier zu sehende Szene gegen Wolfsburg, bei der Kilian Fischer komplett leer aussteht und Moritz Jenz ins eigene Netz bugsiert.
Zweitens: In der Red-Zone, wenn Bayern den Gegner einkreist, wird Olise zum Flanken-Gott. Seine Hereingaben haben eine Geschwindigkeit von durchschnittlich 92 km/h und prallen exakt in die Lücke zwischen Elfmeterpunkt und Fünfer. Drei Mal traf Dayot Upamecano nach einer Olise-Ecke, zweimal Jonathan Tah und einmal Hiroki Ito beim 1:2 in Augsburg – das einzige Spiel, in dem Olise einen Assist gab und dennoch verlor.

Warum kane nur vier mal profitierte
Die Antwort lautet: Luis Díaz. Der Kolumbianer ist seit der Rückrunde der Lieblingsläufer des Franzosen. Díaz‘ Tiefe Runs ziehen die Innenverteidiger auf Olises starke Seite, wodurch sich Räume zwischen den Ketten auftun. Beim 2:1 gegen den HSV etwa schlüpft Díaz hinter den letzten Mann, während Kane den Zonenspieler bindet – Olise spielt den Steckpass, Díaz trifft. Die Kombination tauchte bereits acht Mal in dieser Saison auf, ein neues Duo-Assist-Record.
Interessant: Olise legte in dieser Spieltag-Serie elf verschiedene Kollegen auf. Selbst Joshua Kimmich, der als Sechser kaum in den Sechzehner eindringt, durfte sich über einen „Lob-Pass“ freuen, den Olise aus 28 Metern mit Effet in den Lauf des Kapitäns donnerte. Kein Gegner fand bisher eine Antwort auf diese Diversität.

Der nächste rekord wartet schon
Nur Douglas Costa und Thomas Müller lieferten in sieben Bundesliga-Spielen nacheinander mindestens eine Vorlage. Olise kam auf sechs, dann folgte die Bremen-Pleite. Beim 5:0 gegen St. Pauli startete er einen neuen Anlauf – und blieb nach vier Assists beim Tor gegen den FC Bayern selbst ohne Zähler. Die Jagd auf Müller geht also in die nächste Runde.
Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: 22 Vorlagen in 28 Spielen, eine Quote von 0,79 pro 90 Minuten. Selbst Kevin De Bruyne in seiner Premier-League-Prime kam „nur“ auf 0,72. Olise verwandelt Flügelzüge in Wissenschaft – und die Bundesliga in sein Labor.
