Olise demontiert atalanta: bayern fegt 6:1 durch bergamo
Es war kein Spiel. Es war eine Hinrichtung. Der FC Bayern München hat Atalanta Bergamo im Champions-League-Achtelfinale mit 6:1 aus dem eigenen Stadion gefegt – und dabei so gnadenlos effizient gespielt, dass man sich zwischenzeitlich fragte, ob die Bergamasken überhaupt mitgekommen sind. Der Abend gehörte einem Mann: Michael Olise.
Drei tore in zwölf minuten – und atalanta war bereits erledigt
Der Regen über Bergamo störte die Bayern kein bisschen. Schon in der 12. Minute traf Josip Stanisic, der sich damit persönlich für die bittere 0:3-Niederlage im Europapokal-Finale 2024 revanchierte. Dann übernahm Olise das Kommando. Erst ein präziser, strammer Schuss zum 2:0 in der 22. Minute, dann ein cleveres Zuspiel für Serge Gnabry, der drei Minuten später auf 3:0 erhöhte. Halbzeit eins war noch nicht zur Hälfte gespielt – und das Spiel war de facto vorbei.
Trainer Vincent Kompany hatte seinen Matchplan ohne Wenn und Aber umgesetzt. Atalanta-Coach Raffaele Palladino setzte auf Manndeckung und Mut nach vorne. Das Ergebnis: Die Italiener öffneten Räume, die die Bayern mit chirurgischer Präzision bestraften. Wer gegen diese Münchner Manndeckung spielt, ohne den Ball zu haben, spielt gegen sich selbst.

Jackson trifft, musiala feiert seinen 100. scorerpunkt
Nach der Pause kamen Jamal Musiala und Alphonso Davies auf den Platz – und das Torfestival lief einfach weiter. Nicolas Jackson vollendete in der 52. Minute einen perfekt ausgespielten Konter über Davies und Diaz flach ins linke Eck. Dann Olise erneut: 5:0 nach einem Haken in die Mitte. Und schließlich Musiala, der nach einer Flanke von Jackson zum 6:0 traf und dabei seinen 100. Scorerpunkt für den FC Bayern bejubeln durfte. Der 23-Jährige hat diesen Meilenstein mit einem Tor in Bergamo gesetzt – das passt.
Mario Pasalic traf in der Nachspielzeit zum 6:1-Endstand. Ehrenpunkt, mehr nicht. Atalanta hatte sechs der letzten neun Spiele gegen Bundesliga-Teams gewonnen. Diese Statistik gehört jetzt der Vergangenheit an.

Schatten über dem triumph: davies und urbig verletzt
Der Abend hätte makellos sein können. Wurde er aber nicht. Alphonso Davies, gerade erst von einer Muskelverletzung zurückgekehrt, musste angeschlagen vom Platz. Und in der Nachspielzeit kassierte Torhüter Jonas Urbig beim Zusammenprall mit Nikola Krstović einen Schlag auf den Nacken – er konnte das Spielfeld nicht aus eigener Kraft verlassen. Die Sorgen um den jungen Keeper überschatteten den Jubel der Münchner erheblich.
Dazu kommt: Olise und Joshua Kimmich sahen jeweils Gelb und fehlen im Rückspiel nächste Woche in der Münchner Arena gesperrt. Beim Stand von 6:1 ist das sportlich kaum ein Problem – aber ein Luxusproblem bleibt ein Problem.
Nächster gegner könnte real madrid oder manchester city heißen
Sollte Bayern die Runde überstehen – und nach diesem Ergebnis ist das eine reine Formsache –, wartet im Viertelfinale der Sieger des Duells zwischen Real Madrid und Manchester City. Europa schaut hin. Diese Bayern-Mannschaft, die ohne Harry Kane antrat und trotzdem sechs Tore schoss, sendet ein Signal, das weit über Bergamo hinausgeht. Wer sie stoppen will, braucht mehr als Mut und Manndeckung.
