Olimpia milano feiert 90 jahre mit der legende kenney

Neun Jahrzehnte Olimpia Milano – und kein Ende in Sicht. Vor dem großen Jubiläums-Event im Forum di Assago kramt der Klub jetzt seine glanzvollste Ära aus den Siebzigern aus: Die Simmenthal-Truppe um den US-Boy Arthur „Art“ Kenney, die drei Meisterschafts-Playoffs in Folge schaffte und 1972 den legendären Grande Slam einfuhr.

Kenney, heute 80, schrieb selbst das Buch dazu. Titel: Band of Brothers. Darin erzählen er und seine Mitspieler – Captain Gianfranco Masini, Nationalspieler Bariviera, Iellini, Cerioni sowie Coach-Sandro Gamba –, wie sie mit Scudetto, Coppa Italia und Pokalsieg der Pokale die Stadt eroberten. Die Nummer 18, die der Rotschopf aus New York trug, war die erste, die Olimpia je zurückzog.

Ein Monat pro Jahr verlässt Kenney seine Wall Street, um in Mailand zu leben. „Milano ist mein zweites Zuhause“, sagt er. „Wir waren keine Mannschaft, wir waren Familie.“ Das Manuskript liegt dem Museum des Mailänder Basketballs vor und soll ab April kostenlos auf der Vereinshomepage runterladbar sein.

Der coup mit dem roten haarfuchs

Der coup mit dem roten haarfuchs

1970 suchte Olimpia einen Gegenspieler zu Vareses Superzentrum Dino Meneghin. Eigentlich sollte der Schweizer Lienhard kommen, doch nach einem Testspiel setzte Präsident Porelli auf den Amerikaner, der Lienhard auf dem Court regelrecht auseinandergenommen hatte. Kenney hatte zuvor mit Lew Alcindor – später bekannt als Kareem Abdul-Jabbar – an der New Yorker Power Memorial gespielt. Die DNA der Euroleague-Trophäe von 1966 war ihm vertraut.

Die neue Bande lieferte sofort: 1971 Scudetto gegen Varese, 1972 der Triple-Crown-Slam, 1973 wieder Finale. Drei Jahre, drei Entscheidungsserien, ein Mythos. „Wir haben verloren, gewonnen, geblutet – und uns dabei nie aus den Augen verloren“, sagt Kenney.

Die Erinnerung daran ist kein Relikt. Sie ist Programm. Bevor am Sonntag die Hallenlichter im Forum aufdrehen, versammelt sich die Simmenthal-Crew im Museo del Basket. Papetti, der frühere Mitbewohner Kenneys, stellt das Original-Trikot aus, Masini bringt den Pokal mit. Die Fans können mit den Legenden Fotos machen, das Buch signieren lassen – und merken, dass 90 Jahre nur der Anfang sind.

Olimpia will zurück in die Final Four, und die Jungs von einst zeigen, wie das geht: mit Herz, Härte und dem Gefühl, Teil von etwas Größerem zu sein. Die Nummer 18 steht still in der Halle, aber ihre Geschichte läuft weiter – laut, lebendig, unverkäuflich.