Tebas schießt scharf zurück: pérez' real-vorwürfe als 'lüge'
Ein verbaler Schlagabtausch entbrannte zwischen LaLiga-Präsident Javier Tebas und Real Madrids Chef Florentino Pérez. Tebas reagierte mit scharfer Kritik auf Pérez' Behauptungen, LaLiga habe sich im 'Negreira-Fall' nicht korrekt verhalten, und warf ihm offen Lügen vor. Die Eskalation zeigt, wie tief die Gräben im spanischen Fußball geworden sind.
Die faktenlage im negreira-fall
Zur Erinnerung: Der FC Barcelona wird beschuldigt, den ehemaligen Schiedsrichter-Assistenten Enriquez Negreira über Jahre hinweg mit insgesamt 8,4 Millionen Euro bezahlt zu haben. Ziel der Zahlungen soll gewesen sein, Einfluss auf Schiedsrichterentscheidungen zu nehmen. Während Real Madrid sich angeblich als einziges Team frühzeitig beim spanischen Verband gemeldet habe, widerspricht Tebas vehement. Die Polizeiakten erzählen eine andere Geschichte.
„Ich wiederhole, was ich bereits am 15. Dezember erklärt habe, denn das Drehbuch/die Lüge geht weiter“, schrieb Tebas auf X (ehemals Twitter). Er präsentierte ein Video von Pérez' Aussagen, in dem dieser LaLiga vorwarf, nichts unternommen zu haben. Tebas konterte: „Real Madrid war nicht der Erste, sondern der Letzte, der sich meldete. Zuvor waren LaLiga bei der Staatsanwaltschaft und der Schiedsrichter Estrada vor Gericht.“
Ein persönlicher Angriff: Tebas ließ es nicht bei sachlichen Einwänden und griff Pérez persönlich an. „Eine Beobachtung für jene, die den wahren Florentino im Privaten kennen: In der Pressekonferenz am Dienstag sah man den authentischen Florentino – allerdings, wie man munkelt, mit etwas Unterstützung, um besser lügen zu können.“
Tebas vermutet, dass der Negreira-Fall lediglich dazu dient, von anderen Fehlern abzulenken. Er erinnerte daran, dass Real Madrid während der Superliga-Affäre eine auffällige Untätigkeit zeigte, als Barcelona noch Teil dieses umstrittenen Projekts war. „Erst als Barcelona die Superliga verließ, kehrte die Würde zurück, die zuvor in einer Schublade versteckt war.“

Die frage der finanzierung von relevo
Ein weiterer Streitpunkt war Pérez' Behauptung, LaLiga habe das Nachrichtenportal Relevo finanziert, um Real Madrid anzugreifen. Tebas entkräftete diese Behauptung mit Nachdruck: „Die tatsächliche Beziehung zwischen LaLiga und Relevo war die gemeinsame Ausbeutung des Fantasy-Spiels. Und in dieser Beziehung erzielte LaLiga Einnahmen. Wir haben Relevo nicht nur nicht finanziert, sondern es war genau umgekehrt: Es gab Einnahmen für LaLiga.“
Er betonte, dass Real Madrid seit mehreren Saisons Zugang zu diesen Konten habe und dass auch das CSD (Consejo Superior de Deportes) Dokumente angefordert und überprüft habe. „Ergebnis: Null versteckte Finanzierung. Null Operation gegen Real Madrid.“
Tebas zeigte sich besorgt über die Beratung, die Pérez erhält: „Florentino, in diesen Tagen sehe ich dich nicht gut beraten. Entweder du redest nicht die Wahrheit, oder man erzählt dir falsche Dinge. Und ehrlich gesagt, es wird immer schwerer zu wissen, welche der beiden Optionen schlimmer ist.“
LaLiga sieht sich nicht als Feind, sondern als Zusammenschluss von 42 Vereinen. Tebas kritisierte, dass Real Madrid LaLiga bereits fast hundert Mal verklagt habe, oft gegen Entscheidungen, die von der Mehrheit der Vereine getroffen wurden. „Verlieren von Abstimmungen mit Verfolgung zu verwechseln, ist besorgniserregend. Einnahmen mit Finanzierung zu verwechseln, ist etwas anderes.“
Die Wahrheit ist oft komplizierter als die einfachen Geschichten, die erzählt werden. Die Vorwürfe und Gegenvorwürfe zeigen, dass der spanische Fußball in einer Phase der Unsicherheit und des Misstrauens steckt. Es bleibt abzuwarten, ob sich die Lage beruhigen wird oder ob der Konflikt weiter eskaliert.
