Ole book nimmt bvb-fan-herz in pflicht und bremst titel-träume sofort

Ole Book sitzt seit Mittwochmittag im schwarzgelben Sessel, doch statt Schwärmereien schlägt er Alarm: „Träume darf jede Fan-Kurve haben, wir nicht.“ Der neue Sportdirektor von Borussia Dortmund unterschrieb einen Dreijahresvertrag, erklärte sich aber sofort zum Bauarbeiter statt zum Sammler von Pokalen.

Bayern-vorsprung? „ein bisschen enteilt“ nennt das der 40-jährige diplomatisch

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Book kennt die Zahlen: 32 Punkte Differenz zur Saison 2025/26, 15 Jahre ohne Meisterschale am Borsigplatz. „Wir wären nicht gut beraten, wenn wir jetzt große Ziele rausposaunen“, sagt er und wirft damit Sebastian Kehl, Hans-Joachim Watzke und Co. den Spiegel vor. Die Klub-Führung redet lieber von „Renovierung“, doch wer genau hinsieht, erkennt ein offenes Dach: Mittelfeld-Lücken, Flügel ohne Speed, ein Sturm, der seit 13 Spielen nicht mehr traf.

Der Mann aus Elversberg bringt Erfahrung vom Perlen-Tauchen. Nick Woltemade verkaufte er für 3,5 Millionen Euro nach Newcastle, Fisnik Asllani läuft mittlerweile in Hoffenheim auf. Younes Ebnoutalib holte er aus der Oberliga, ein Jahr später kassierte SVE acht Millionen von Eintracht Frankfurt. Das sind keine warmen Worte, das sind warme Kasse – und genau das will der BVB hören, nachdem die letzten Transfer-Sommer Milliarden versenkten.

Doch aufpassen: Lars Ricken warnt vor Jugend-Experimenten. „Wir können nicht sagen, Jugend forscht, und am Ende werden wir Siebter“, sagt der Sport-Geschäftsführer und meint damit Youssoufa Moukoko, Gio Reyna und die anderen Rohdiamanten, die zuletzt mehr glänzten als schliffen. Die Mischung muss stimmen – Alt-Star Marco Reus plus Newcomer, Kampf plus Klasse.

Die Fans fragen sich: Warum ausgerechnet Book? Antwort: Er spricht Klartext, kennt die zweite Liga wie sein Butterbrot und schwört auf Daten statt Dauerbrenner. In Elversberg steuerte er Scouting-Software selber, schickte Analysten zu jedem Regionalliga-Kick und ließ seine Spieler nach Siegen erst mal frieren – kein Warmduscher-Kult, sondern Charakter-Schule. Genau diese Schule will er ins Trainingszentrum Brackel tragen.

Die Erwartungshaltung bleibt gigantisch: 81.000 Dauerkarten, 50 Millionen Euro Schulden, null Titel seit 2017. Book sagt: „Ich bin Fan, ich kenne die Sehnsucht.“ Aber er verlangt Zeit. Drei Jahre Vertrag klingen nach Plan, doch in Dortmund zählt schon der erste Oktober-Spieltag. Wenn dann Platz drei oder vier herausspringt, wird keiner mehr von Renovierung sprechen – dann fordern alle den Abriss. Und Book weiß: Bauarbeiter haben bei Borussia Dortmund keine Ruhepause.