Oklahoma schlägt trump aus: hartenstein & co. bleiben im weißen haus draußen

Der NBA-Champion schlägt den Präsidenten aus. Die Oklahoma City Thunder um Isaiah Hartenstein haben einen Besuch im Weißen Haus abgesagt – mit einem Satz, der in Washington wie ein Bankshot klingt: Das Timing passt nicht.

Am Samstag sind die Thunder ohnehin in Washington bei den Wizards zu Gast. Ein Springen vom Capital One Arena ins Weiße Haus wäre nur ein Katzensprung gewesen. Doch statt Selfies mit Donald Trump gibt es für Hartenstein und seine Teamkollegen ein freies Wochenende. Der Klub bestätigte gegenüber The Athletic, dass man das Angebot dankend ablehnte.

Politik und pokal: warum oklahoma’s nein wirklich lautet

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Die Formulierung „Timing-Probleme“ ist in Washington ein Code. Seit Trumps erster Amtszeit haben mehrere Meisterteams das Weiße Haus gemieden – mal aus Protest, mal aus Terminknappheit. Die Eishockey-Frauen der USA lehnten erst vor wenigen Wochen ab, nachdem sie in Italien Olympia-Gold geholt hatten. Trump hatte sie in einem Telefonat mit den Männern „vergessen“ und sich später einen Scherz daraus gemacht, er müsse sie einladen, sonst fliege er raus. Die Männer kamen, die Frauen blieben weg. Jetzt also Oklahoma.

Für Hartenstein ist es die erste NBA-Meisterschaft. Der 26-jährige Deutsche war im Sommer von den New York Knicks zu den Thunder gewechselt und wurde sofort zur Schlüsselfigur im Play-off-Run. Ein Foto mit dem Präsidenten hätte seine Familie in Eugene, Oregon, sicher gefreut. Doch im Kader herrscht Einigkeit: Erfolg hat Priorität vor Politik. Die Thunder bereiten sich auf die zweite Saisonhälfte vor, nicht auf ein Podest mit Trump.

Die nächsten Tage stehen ganz im Zeichen der Defense. Oklahoma hat die beste Balance zwischen Tempo und Kontrolle der Liga. Trainer Mark Daigneault will, dass seine Mannschaft gegen Washington die Zweier-Quote unter 45 Prozent hält. Ein Weißhaus-Besuch würde nur stören. Die Spieler hätten frei bekommen, ihre Familien besuchen oder einfach schlafen.

Die Liga selbst schweigt offiziell. Intern ist man erleichtert. Die NBA möchte nicht noch mehr politische Brände, nachdem schon der All-Star-Break durch Rede- und Schweigepflichten belastet war. Die Thunder sprechen nur über Basketball. Und der Ball rollt weiter – ohne Trump im Hintergrund.