Milan erwacht gegen torino – drei punkte oder chaos
18 Uhr, San Siro, und nichts ist wie vorher: Nach der Blamage gegen Lazio droht dem Milan ein Champions-League-Platz zu entgleiten. Gegen den aufgerüsteneten Torino von Roberto D'Aversa muss gewonnen werden, sonst wird es eng.

Allegri zittert um den zweiten rang
Die Rechnung war simpel: Sieg gegen Lazio, Lücke auf fünf Punkte verkürzen, Druck auf Inter erzeugen. Stattdessen kassierte Massimiliano Allegri eine 0:1-Schlappe, sah seine Elf ideenlos und ohne Biss. Nun trennen die Rossoneri nur noch zwei Punkte von Atalanta, und das Nachspiel gegen Napoli wartet bereits nach der Länderspielpause. „Wir haben keine Zeit mehr für Experimente“, sagte der Coach, ohne den Blick vom Tisch zu heben. Die Spieler bekamen frei, die Stimmung ist verbrannt.
Der Gegner kommt zur besten Zeit. Torino holte unter Roberto D'Aversa in drei Spielen zweimal den vollen Ertrag – so viele Siege wie zuvor in neun Partien zusammen. Der neue Impuls zog das Team auf Platz zehn, vier Zähler vor dem Strudel. Für die Granata ist die Reise nach Mailand kein Selbstläufer, sondern die Chance, sich endgültig Luft zu verschaffen.
Auf dem Papier fehlt dem Milan nur der Sieg. In der Realität fehlt aber auch die Souveränität. Die Statistik ist hart: Seit sieben Pflichtspielen gelingt kein sauberer Dreier mehr. Die Tordifferenz fiel auf +7, die schlechteste Bilanz unter den Top-Fünf. Wer jetzt nicht trifft, wird getroffen – und genau das brennt den Fans auf die Netzhaut.
Ein Hoffnungsträger kehrt zurück: Adrien Rabiot ist nach einer Sperre wieder da. Der Franzose ist der einzige Mittelfeldspieler mit Ballgewinn-Wert von 62 %, der zugleich 78 % seiner Zweikämpfe gewinnt. Ohne ihn verlor Juventus in dieser Saison 1,6 Punkte pro Partie. Für Allegri ist er kein Luxus, sondern die Notbremse.
Schiedsrichter Francesco Fourneau aus Rom pfeift das Match, VAR sitzt Nasca, Assistent Maresca. Keine Beruhigungspille für Milan-Fans: Fourneau zeigte in seinen letzten drei Einsätzen elf Gelbe und ein Rot – und gibt durchschnittlich zwei Elfmeter pro Saison. Bei Torino freut man sich.
TV-Übertragung: DAZN, Streaming parallel, für Sky-Kunden zusätzlich Kanal 214. Anpfiff Samstag 18 Uhr. Die Curva Sud wird gefüllt sein, die Stimme aber nicht automatisch hinter dem Team. Die Rechnung ist dennoch klar: Drei Punkte oder offene Schreie, Champions-League-Traum oder Qualifikations-Angst. Die Saison ist nicht mehr lang, aber sie wird jetzt laut.
