Nur fünf tore seit der winterpause: gladbachs angriff stottert – und plötzlich steht neuhaus wieder in den startlöchern
Die Zahlen sind ein Schlag ins Gesicht: fünf Tore in zwölf Rückrundenspielen, Platz 18 in der Offensivtabelle, drei Punkte Vorsprung vor der Abstiegszone. Borussia Mönchengladbach hat sich selbst in eine Schießbude verwandelt – bloß ohne Schützen.
Polanski muss umdenken, mohya liefert die erste antwort
Trainer Eugen Polanski redet seit Wochen von „kleinen Schritten“, doch am Freitag zeigte sich: Es ist ein Riese, der noch gewachsen ist. Beim 1:4 in München war Wael Mohya der einzige, der traf – und das mit 17 Jahren, 1,78 Meter Körpergröße und einer Portion Coolness, die der Rest der Truppe suchen kann. Die Konsequenz: Der Juniorennationalspieler rückt gegen FC St. Pauli in die Startelf. Nicht als Geschenk, sondern als Notwendigkeit.
Die Frage ist nur: Reicht ein Teenager, um eine komplette Saison zu retten? Die Antwort lautet: Nein. Deshalb schielt Polanski plötzlich wieder auf Florian Neuhaus. Fünf Spiele saß der 28-Jährige nur auf der Bank – ein Luxus, den sich der Coach angesichts der Offensivblamage nicht mehr leisten kann.

Das 4:0 am millerntor liegt noch in den knochen
Erinnerungen helfen selten. Aber das Hinrundenduell gegen St. Pauli ist kein Erinnerungsstück, sondern ein Alarmsignal. Gladbach schoss vier Tore, dominierte dank Neuhaus, der mit Note 2 glänzte und das 1:0 auflegte. Jetzt fehlt Rocco Reitz gesperrt, Kevin Stöger liefert nur Ballbesitz ohne Tempo – und plötzlich passt das Puzzle wieder: Neuhaus vor der Abwehr, Yannik Engelhardt neben ihm, Mohya hinter der Spitze. Drei Impulsgeber statt Null.
Die Fans fordern seit Wochen „endlich mal einen Plan“. Der Plan heißt jetzt: Vergangenheit als Zukunft. Denn wenn selbst Union Berlin (sieben Tore) und Heidenheim (acht) mehr Rückrundentreffer vorweisen, ist jedes Experiment besser als das bisherige Stottern.
St. Pauli kommt mit der zweitbesten Auswärtsdefensive der Liga. Genau die Art Gegner, vor der sich Gladbach in den letzten Wochen verbeugt hat. Genau deshalb muss Polanski jetzt liefern – und nicht jammern. Die Rechnung ist simpel: Wer nicht trifft, tritt ab. Und wer absteigt, verschwindet aus der Geschichte. Neuhaus kennt diese Geschichte. Er hat sie einmal selbst geschrieben. Jetzt darf er sie wieder aufschlagen – sonst macht sie mit ihm zu.
