Nrw-olympia: abstimmung bringt deutliche mehrheit – herten sagt nein!

Die Entscheidung ist gefallen: Eine überwältigende Mehrheit der Bürger in Nordrhein-Westfalen stimmt für eine Bewerbung um die Olympischen und Paralympischen Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044. Doch nicht überall herrscht Euphorie – in Herten platzte der Traum von Olympia.

Die zahlen sprechen für sich

Die zahlen sprechen für sich

In Mönchengladbach sprachen satte 74,45 Prozent für eine Bewerbung, Duisburg erreichte 72,95 Prozent und Dortmund beeindruckte mit 68,27 Prozent. Ein klares Zeichen des Willens, das der Landesregierung Rückenwind verleiht. Ministerpräsident Hendrik Wüst zeigte sich begeistert: „Die hohe Wahlbeteiligung unterstreicht das große Interesse an einer Olympia-Bewerbung für NRW.“

Ein bitteres Aus für Herten: Obwohl 73,79 Prozent der Wähler hier für eine Beteiligung stimmten, verfehlte die Kommune das erforderliche Quorum von 15 Prozent deutlich. Lediglich 12,55 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab. Ein Rückschlag, der die gesamte Bewerbung potenziell erschwert.

Die Beteiligung in den Kommunen war insgesamt hoch. In Köln gaben rund 329.000 Menschen ihre Stimme ab, was einer Wahlbeteiligung von 40,5 Prozent entspricht. Düsseldorf verzeichnete eine Beteiligung von etwa 33 Prozent. Die genauen Ergebnisse aus allen 17 Kommunen werden am späten Abend in Köln bekannt gegeben.

Doch Vorsicht: Die heutige Abstimmung ist noch kein Freifahrtschein für die Olympischen Spiele in NRW. Zunächst muss der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am 26. September über den deutschen Kandidaten entscheiden. Das IOC wird erst ab 2027 eine endgültige Entscheidung treffen.

Die Frage, ob die Kosten von rund 4,8 Milliarden Euro und die prognostizierten Einnahmen von 5,2 Milliarden Euro aufgehen, bleibt weiterhin ein Diskussionspunkt. Während Befürworter die Spiele als Chance für mehr Zusammenhalt, internationale Aufmerksamkeit und nachhaltige Impulse sehen, warnen Kritiker vor den finanziellen Risiken. Die Entscheidung von Herten zeigt deutlich, dass die Unterstützung für die Olympia-Bewerbung nicht in allen Regionen gleichermaßen groß ist.

Die kommenden Wochen und Monate werden zeigen, ob die „KölnRheinRuhr“-Bewerbung trotz des Rückschlags aus Herten ihre Chance auf die Olympischen Spiele nutzen kann. Eines ist klar: Der Weg nach Paris ist noch lang, und die Herausforderungen sind groß.